Malaria

Begleiterin der Menschheit.
Schwarzach Malaria heißt wörtlich „schlechte Luft“, weil man sie mit den üblen Ausdünstungen von Sumpfgebieten in Zusammenhang brachte. Die Krankheit erscheint schon in den frühesten medizinischen Aufzeichnungen der Menschen, z.B. aus der Zeit um 2700 v. Chr. in chinesischen Schriften. Malaria ist der Prototyp des bösartigen „Fiebers“, ausgelöst wird sie durch sogenannte Plasmodien, das sind einzellige Sporentierchen. Der Mechanismus der Ausbreitung ist so kompliziert, dass man sich fragt, wie so etwas überhaupt funktionieren kann. Der Erreger durchläuft nämlich vier Entwicklungsstadien und braucht eine Mücke und den Menschen als Wirtsorganismus. Mücken der Gattung Anopheles übertragen die Malaria von Mensch zu Mensch. Man unterscheidet drei Unterformen, die Malaria Tertiana, das „Dreitagefieber“, die Malaria Quartana, das „Viertagefieber“, beide benannt nach den in diesen Zeitabständen auftretenden Fieberschüben. Dann gibt`s noch die Malaria tropica; dort tritt das Fieber unregelmäßig auf, das ist die gefährlichste Form. Wie gefährlich genau? 200 Millionen Menschen erkranken an der Malaria, ein bis zwei Millionen sterben daran. Jahrein, jahraus!
„Sumpffieber“
Fast die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Malariagebieten, 80 Prozent der Erkrankungen ereignen sich in Afrika. Malaria kommt auch in harmloseren Formen vor, die unter der Bezeichnung „Sumpffieber“ auch in Mitteleuropa bekannt waren, zur Goethezeit z.B. in Frankfurt, Süditalien war bis ins 20. Jahrhundert ein Malariagebiet. In Mitteleuropa war es um 1800 eher kühl (kleine Eiszeit), kein gutes Umfeld für die Anopheles-Mücke, da sind dann halt andere Mückenarten eingesprungen. Warum ist Malaria heute bei uns nicht mehr endemisch? Weil Sümpfe trockengelegt, Feuchtgebiete entwässert wurden; das ist heute ökologisch höchst unerwünscht. Ein gutes Beispiel für die zwei Seiten der Medaille. Behandelt wurde die Malaria jahrhundertelang mit Chinin, enthalten in der Rinde des peruanischen Baumes Cinchona officinalis. Mit China der Name nichts zu tun, sondern stammt von der Gräfin Anna Condeza de Chinchón, der Gattin des spanischen Vizekönigs von Peru, die im 17. Jahrhundert als erste Europäerin erfolgreich mit einem Absud der Baumrinde behandelt wurde. Bis in die Neuzeit war Chinin das einzig wirksame Mittel, ohne Chinin hätte die koloniale Eroberung der Welt durch die Europäer gar nicht stattfinden können – die konnten im Tropengürtel der Erde ohne Malariamittel nicht überleben. – Heute verwendet man andere Medikamente, die Erreger werden dagegen leider zunehmend resistent – empfohlen werden Moskitonetze und Ganzkörperbekleidung, sobald die Dämmerung einsetzt. Gegen die Mücken hilft DDT, das sich keinen guten Ruf erworben hat. Die Malaria begleitet den Menschen seit Hunderttausenden von Jahren. Sie konnte nicht verhindern, dass er sich über die Erde ausgebreitet hat.