Forscher lösten Rätsel um bizarre Urtiere
Darwins „seltsamste ausgestorbene Tiere“ von Wissenschaftern identifiziert.
london. Dem internationalen Team ist es gelungen, zwei ausgestorbene Huftiere in den Stammbaum der Säugetiere einzuordnen, und zwar den Toxodon, eine Art Nashorn mit Flusspferdkopf, und die Macrauchenia, ein kamelartiges Wesen. Die bizarren Urtiere aus Südamerika sind demnach eng mit Pferden, Nashörnern und Tapiren verwandt – aber nicht mit Elefanten.
Südamerikanische Huftiere
Die Forscher um Ian Barnes Südamerikanische Huftierevom Naturkundemuseum in London dürften somit eine lange Debatte unter Paläontologen vorerst beendet haben. In ihrer Studie, an der auch das Max-Planck-Institut (MPI) für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und die Universität Mainz beteiligt waren, analysierten sie das Protein Kollagen, das sie zuvor aus den Knochen von Fossilien gewonnen hatten.
Südamerikanische Huftiere bildeten ab dem Paläozän, also vor etwa 60 Millionen Jahren, eine riesige, sehr vielfältige Gruppe heute ausgestorbener Säugetiere. Mehrere Millionen Jahre war die Fauna von den Notoungulaten dominiert.Notoungulaten sind eine der fünf Untergruppen der Südamerikanischen Huftiere. Dazu zählt zum Beispiel der Toxodon, der vermutlich bis zu zwei Tonnen wog. Zur Untergruppe der Litopterna gehören kamelartige Säuger wie die Macrauchenia.
Bereits der britische Naturforscher Charles Darwin hatte in Südamerika Knochen der Macrauchenia und des Toxodon gefunden. Letztere zählte er zu den „seltsamsten jemals entdeckten Tieren“.