Seemonster filterte Nahrung mit Fangkorb
Forscher entdeckten Fossil eines Meerestieres aus der Urzeit.
New Haven. Aegirocassis benmoulae ist der Name der Spezies, die im Ordovizium lebte, das vor etwa 485 Millionen Jahren begann und vor gut 443 Millionen Jahren endete. Seine Überreste wurden im heutigen Marokko entdeckt. Das Tier besaß unterhalb seines Kopfes einen Anhang, mit dem es Nahrung aus dem Wasser filterte.
Filtrierer sind zwar bekannt, aber nicht in dieser Größe, informieren die Wissenschafter um Peter Van Roy von der Yale University in New Haven (USA). Interessant war für sie auch der Rumpf, über dessen Bau zuvor wenig bekannt war. Er besteht aus Segmenten, von denen jedes seitlich ein Paar lappenförmiger Fortsätze trägt.
Die unteren Lappen, die der Fortbewegung im Wasser dienten, wiesen Übereinstimmungen mit den beinähnlichen Fortsätzen anderer Animalocarididae und den Beinen einiger heutiger Arthropoden auf. An den oberen Lappen befanden sich spezielle Strukturen, die an Kiemenlappen erinnern. Im Zuge der kambrischen Explosion, die das fast gleichzeitige Auftauchen von Vertretern beinahe aller heutigen Tierstämme beschreibt, entwickelten sich komplexe planktische Ökosysteme.
Im darauffolgenden Ordovizium konnten sich dann gigantische Filtrierer wie A. benmoulae entwickeln. Viele der Anomalocarididae, die vor über 500 Millionen Jahren im Kambrium lebten, waren Räuber. Sie gehörten damals zu den größten Lebewesen der Erde. Am Mund trugen die Tiere Greifarme, mit denen sie vermutlich Beute packen konnten. Einige von ihnen hatten ein ausgezeichnetes Sehvermögen: 2011 entdeckten Wissenschafter ein 515 Millionen Jahre altes Exemplar mit zwei bis drei Zentimeter großen Augen, die aus mehr als 16.000 Linsen bestanden.