Fisch kann Blues von Klassik unterscheiden
Wissenschafter finden immer mehr musikalische Tiere.
wien. Forscher suchen im Tierreich nach Hinweisen darauf, welche Teile der Musikalität biologisch oder kulturell begründet sind. Dabei werde immer klarer, dass einige musikalische Fähigkeiten nicht alleine dem Menschen eigen sind.
Der Kognitionsbiologin Marisa Hoeschele zufolge habe ein Experiment sogar gezeigt, „dass eine Fisch-Art zwischen Blues und klassischer Musik unterscheiden kann“. Vögel und Meeressäugetiere seien wahrscheinlich die besten Beispiele für tierische Sänger. Singvögel, Kolibris, Papageien, aber auch Wale und Seehunde können komplexe Tonfolgen produzieren, die Liedern ähnlich sind. Manche afrikanischen Affenarten trommeln, informiert die Forscherin vom Department für Kognitionsbiologie der Universität Wien. „Viele Tiere haben also ein gewisses Verständnis für Musik.“ Vor einigen Jahren wurde auch belegt, dass Kakadus sich synchron zu einem Beat bewegen können. Das habe nicht nur das ursprüngliche Versuchstier namens „Snowball“ zum Internetstar gemacht, sondern auch andere Wissenschafter inspiriert. „Seither wurde in vielen Forschungsarbeiten gezeigt, dass auch andere Spezies diese Fähigkeit haben“, sagt Hoeschele.
Forschung mit Hintergedanken
Die Forscher machen solche Untersuchungen mit tiefergehenden Hintergedanken: „Wenn wir Tiere studieren, können wir einerseits Aspekte der Musikalität erkennen, über die nur Menschen verfügen, und andererseits herausfinden, was wir mit anderen Spezies gemeinsam haben.