Jugendliche schlafen oftmals viel zu wenig

Wissen / 06.02.2015 • 12:00 Uhr

Zu viel Zeit vor den Bildschirmen provoziert Schlafstörungen.

bergen. Jugendliche, die viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, leiden häufig an Schlafstörungen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie unter 10.000 Norwegern von 16 bis 19 Jahren. Das Risiko, zu wenig und schlecht zu schlafen, wächst nach vier Stunden vor einem Fernseher, PC, einer Spielkonsole oder einem Smartphone um 49 Prozent gegenüber Jugendlichen, die unter einer Stunde vor einem Bildschirm saßen. Besonders häufig seien Schlafstörungen, wenn Jugendliche die letzte Stunde vor dem Schlafengehen vor einem Bildschirm verbrächten, heißt es in der Studie. Demnach verdreifacht sich das Risiko, dass Jugendliche weniger als fünf Stunden schlafen, bereits nach zwei Stunden im Internet. Die Forschergruppe unter Leitung von Mari Hysing vom Zentrum für Kindermedizin in Bergen stellte zudem fest, dass die Schlafstörungen um 50 Prozent zunehmen, wenn Jugendliche mehr als nur eine Art von Bildschirm benutzen.

Zu spät ins Bett

Für das Problem gibt es laut den Wissenschaftern mehrere Erklärungen. Zum einen könnte das helle Licht der Bildschirme den Tag-Nacht-Rhythmus der Menschen beeinflussen. Der sogenannte zirkadiane Rhythmus zeigt dem Gehirn normalerweise an, wann Zeit zum Schlafen ist. Hinzu kommen oft Muskelverspannungen oder Kopfweh nach zu vielen Stunden vor einem Bildschirm, etwa bei Videospielen. Oder aber, die Betroffenen können geistig nicht abschalten, was sie längere Zeit am Einschlafen hindert. Schließlich gehen Jugendliche, die sich nur schwer von einem Bildschirm trennen können, oft einfach zu spät ins Bett.