Fracking kann zu hoher Ozonbelastung führen
Belastung mit bodennahem Ozon ist eigentlich Sommerproblem.
innsbruck. Allerdings wurde 2013 im Uintah Becken im US-Bundesstaat Utah der US-Grenzwert im Winter überschritten. Ein internationales Forscherteam hat nun das Rätsel der hohen Ozonbelastung in der kalten Jahreszeit geklärt.
Eine wichtige Rolle spielt die umstrittene Öl- und Gasfördermethode Fracking. Bodennahes Ozon ist ein bereits gut untersuchter Luftschadstoff, der üblicherweise bei starker Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen aus Stickoxiden und einer Vielzahl flüchtiger organischer Verbindungen (VOV) in der Luft gebildet wird. Im Uintah Becken, wo großflächig Öl und Gas u.a. mit Hilfe von Fracking gefördert wird, ist es in den vergangenen Jahren aber auch im Winter zu extrem hoher Ozonbelastung gekommen. So wurde an einer Messstation in dem rund 50.000 Einwohner zählenden Gebiet in den Wintermonaten an 49 Tagen der Ozon-Grenzwert (75 ppb für den Acht-Stunden-Mittelwert) überschritten, während dies etwa nahe Los Angeles mit 18 Millionen Einwohnern im Sommer nur an 28 Tagen der Fall war, erklärt Martin Graus vom Institut für Meteo-rologie und Geophysik der Universität Innsbruck, der an einem Projekt unter der Leitung der US-Regierungsabteilung National Oceanic and Atmospheric Administration mitgearbeitet hat. Die Wissenschafter stellten fest, dass die Emissionen von VOC in den Öl- und Gasfeldern prozessbedingt und aufgrund von Lecks sehr hoch sind und die Ozonbelastung auch im Winter verstärken.