Einsatz für andere

Erika Walter engagiert sich in sozialen Belangen.
Thüringen Sich für andere Menschen einzusetzen, ist für Erika Walter eine Selbstverständlichkeit. Obwohl sie sich nachhaltig in sehr vielen Bereichen einsetzt, ist sie stets bescheiden. So sagt Landtagsabgeordneter Harald Witwer über sie: „Erika ist ein Mensch, der sich nie in den Vordergrund stellt, aber unglaublich viel leistet. Gerade in der Hausaufgabenhilfe hat sie vielen Schülern und somit natürlich auch Familien enorm geholfen.“
Kinder im Mittelpunkt
Schon in der Schulzeit hat sich Erika Walter sozial engagiert, das Wohlergehen anderer Menschen war ihr immer schon wichtig. Die sympathische 79-Jährige stammt ursprünglich aus Mannheim. Dort lernte sie auch ihren Mann Ambros kennen, der dort studiert hat: „Ich kam dann gemeinsam mit ihm vor 51 Jahren nach Thüringen.“ Die neue Heimat hat ihr von Anfang an sehr gut gefallen, insbesondere der Zusammenhalt in der Gemeinde habe sie beeindruckt. Da das Ehepaar keine Kinder bekommen konnte, entschieden sie sich zur Adoption eines Jungen und nahmen jeweils einen Jungen und ein Mädchen als Pflegekinder auf. Für die junge Frau war die Erziehung und Betreuung ihrer Kinder ihr Hauptaufgabengebiet. Mittlerweile gibt es drei Enkelkinder und sogar einen Urenkel, zu allen pflegt sie einen intensiven Kontakt.
Einen schwerern Schicksalsschlag bedeutete der frühe Tod ihres Mannes, der nach zwanzig Ehejahren an einem Hirntumor verstarb: „Ambros war meine große Liebe, durch ihn habe ich so viel Schönes erleben dürfen. Er war ein ganz wunderbarer Mensch.“ Doch die erst 42-jährige Witwe gab nicht auf. Es galt, die ihr anvertrauten Kinder zu betreuen und sich zudem für Mitmenschen, die Hilfe brauchten, einzubringen. In der Pfarrgemeinde Thüringen war sie schon bald im Bereich Ehe und Familie aktiv. Daraus entstand die Betreuung der außerschulischen Firmbegleitung, welche sie neun Jahre lang leitete. „Ich habe so tolle Leute in der Pfarre kennengelernt“, erinnert sie sich gerne zurück. Aus diesem Umfeld heraus wurde vor 25 Jahren der Sozialkreis der Pfarre Thüringen ins Leben gerufen. Mitinitiatorin war selbstverständlich Erika Walter: „Wir begannen mit drei Themenfeldern. Zwei Mal im Jahr wurde eine Krankenmesse veranstaltet. Außerdem haben wir alte und kranke Menschen an Ostern mit einem selbst gestalteten Blumengesteck und an Weihnachten mit selbst gebackenen Keksen besucht. Das waren jedes Mal rund 50 Leute. Aber auch Angehörigen nach einem Trauerfall haben wir eine Kerze und Trauerkarte gebracht.“
Der eindeutige Schwerpunkt lag aber von Anfang an im Angebot einer Hausaufgabenhilfe: „Von Beginn an kamen vorwiegend Grundschulkinder mit migrantischem Hintergrund. Wir hatten schon Kinder aus nahezu allen Nationen hier. Wenn die Kinder bei der Lernhilfe weinend oder traurig von zu Hause erzählten, dann haben wir vielfach auch deren Eltern weitergeholfen.“ Während der Flüchtlingskrise wurden auch Deutschkurse für Erwachsene organisiert. Aktuell betreut Erika Walter Zahra, eine Frau aus dem Iran: „Sie kommt teilweise drei Mal in der Woche. In die deutsche Grammatik musste ich mich allerdings selber wieder vertiefen.“
Wohnungs-Haus-Tausch
Die agile und sehr aufgeschlossene Seniorin wohnt jetzt in Bludenz. Sie hat mit ihrem Sohn Reinhard ihr Haus in Thüringen gegen seine Wohnung getauscht: „Die junge Familie braucht die große Wohnfläche dringender als ich. Mir genügen 54 Quadratmeter.“ Auch hierin spiegelt sich wiederum das soziale Denken von Erika Walter. BI
Zur Person
Erika Walter
leitet seit 25 Jahren die Hausaufgabenhilfe im Sozialkreis der Pfarre Thüringen.
Geboren 1942
Familie verwitwet, drei Kinder, drei Enkel, ein Urenkel
Wohnort Bludenz
Beruf Pharmazeutische Assistentin, Bürokauffrau
Hobbys Bücher, Blumen, Bilder, Gartenarbeit, Handarbeiten, Basteln, Spaziergänge mit ihrem Hund Paco