Für Mensch und Natur

Wetter / 21.03.2021 • 18:02 Uhr
Volker Hollenstein ist einer der Anwälte für Natur und Umwelt. Hollenstein
Volker Hollenstein ist einer der Anwälte für Natur und Umwelt. Hollenstein

Volker Hollenstein setzt sich beim WWF für die Umwelt ein.

Wien  Volker Hollenstein steht täglich im Spannungsfeld von Umweltschutz, Politik und Wirtschaft. Der gebürtige Lustenauer arbeitet seit 2017 beim WWF Österreich in Wien. Dort hat er die Leitung des Bereichs Politik und Strategie inne. In seinem Beruf hat er täglich mit Politikern, Wirtschaftstreibenden und anderen Umwelt- und Naturschutzorganisationen zu tun. „Ich suche das Gespräch, versuche Gemeinsamkeiten bei Umwelt- und Naturschutzfragen zu finden und dann zu einer Lösung zu kommen“, fasst der 41-Jährige zusammen. Natürlich sei Diplomatie gefragt, „aber wir sagen auch sehr klar, was wir meinen“. Das Verlassen des Gesprächstisches ohne eine Einigung gehöre ebenso zu seinem Job. In seiner Arbeit helfen ihm Vorarlbergern nachgesagte Eigenschaften: Genauigkeit, Beharrlichkeit, strategisches Denken und Kreativität. Nach knapp 15 Jahren in Wien kann Volker Hollenstein behaupten, dass die Vorarlberger dort einen guten Ruf haben.

Steigendes Umweltbewusstsein

Was der Wahl-Wiener wahrnimmt, ist die zunehmende Bedeutung von Natur- und Umweltschutzthemen. Das hat auch mit der Corona-Pandemie zu tun. Die Zerstörung von Ökosystemen und der illegale Wildtierhandel spielen eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung von Viruserkrankungen. „Der Mensch rückt immer näher an wilde Wirte in der Tierwelt heran“, erklärt Hollenstein. Hier müsse vor allem global etwas unternommen werden. Gesundheit und Naturschutz müssen gemeinsam gedacht werden. Das ist eine Lehre, die aus der Pandemie gezogen werden konnte. „Wir merken schon, dass eine intakte Natur an Stellenwert gewonnen hat. Aber es wird bessere Gesetze und ein nachhaltiges Wirtschaften brauchen. Für den Schutz von Klima und Natur muss die Politik die Rahmenbedingungen schaffen. Das kann man nicht einfach den Menschen überstülpen“, ist sich der Umweltschutz-Vertreter sicher.

Nachdem sich der studierte Politikwissenschaftler in seinem Beruf mit Naturschutz beschäftigt, fallen ihm in seiner Freizeit Umweltsünden auf. Achtlos weggeworfene Plastikflaschen gehören beispielsweise dazu. Auch überzogene Rabatte auf Fleisch, die falsche Signale aussenden, packt der ehemalige Tageszeitungsjournalist in die gleiche Kategorie.

Aufs Fahrrad gesetzt

Für seinen Weg in die Arbeit setzt sich der Freizeitläufer, der Halbmarathon rennt, auf das Fahrrad – und zwar das ganze Jahr über. Für Hollenstein, der seit knapp 15 Jahren in Wien wohnt, ist das eine Möglichkeit, den Autoverkehr in der Bundeshauptstadt zu umgehen. Das Stoßstangenfahren liegt ihm nicht, wenn es gut ausgebaute Alternativen gibt. Seine Freizeit verbringt der frühere Kommunikationsleiter für den früheren Vizekanzler und Bundesminister Reinhold Mitterlehner übrigens gerne mit Rennradfahren. „Jede Tour ist dabei ein kleiner Urlaub für mich“, erklärt Volker Hollenstein, der zu Geburtstagen und Feiertagen auch gerne auf Besuch bei seinen Eltern und Geschwistern in Vorarlberg weilt.

Nachdem Volker Hollenstein seinen letztjährigen Urlaub absagen musste, hofft er, dass er seine Pläne heuer umsetzen kann. Auf seinem Wunschzettel steht eine Transalptour mit dem Rennrad. Dabei soll es in einer Gruppe von Bregenz über die Schweiz nach Bergamo gehen. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies in sieben Tagen eine Stecke von 580 Kilometern und 12.000 Höhenmetern zu überwinden. „Bis dahin ist Training angesagt. Ich werde Radtouren machen, wann immer es meine Zeit erlaubt“, ist Hollenstein motiviert. VN-PAG

Zur Person

Volker Hollenstein

Leitung Politik und Strategie WWF Österreich

Alter 41 Jahre

Ausbildung Politikwissenschaftstudium in Innsbruck

Laufbahn Journalist; Pressesprecher im Wissenschafts-, Forschungs- und Wirtschaftsministerium

Familie verheiratet

Hobbys Rennradfahren, Laufen

Lebensmotto Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag (Charlie Chaplin)