Eine runde Sache

Coach Rene Zell mit VC Dornbirn auf Erfolgskurs.
Dornbirn Rene Zell ist zwar in Wien geboren, hat dort studiert, gelebt und gearbeitet, bezeichnet sich aber selbst nicht als typischen Wiener. „Es liegt wahrscheinlich daran, dass ich ein extrem sportbegeisterter Mensch bin der es genießt, in der Natur und auf den Bergen zu sein“, betont der 37-Jährige mit einem Lächeln im Gesicht. Dass er seit Sommer letzten Jahres nun in Vorarlberg seine Zelte aufgeschlagen hat, schreibt Zell dem Zusammenspiel von mehreren Faktoren zu: „Durch meine Tätigkeit als Trainer in Mank (Anm. bei Melk) und die Ligaspiele gegen den VC Dornbirn war mir das Ländle ja nicht unbekannt. Als ich dann erfahren habe, dass ein Trainer gesucht wird, habe ich mich beworben.“
Zell betont aber, dass es das Gesamtpaket war, das seine Entscheidung maßgeblich geprägt hat. „Die Möglichkeit, parallel zu meiner Trainertätigkeit auch als Lehrer am BG Dornbirn in den Fächern Mathematik, Sport und Bewegung unterrichten zu können, war sicher der ausschlaggebende Faktor, um meinen Lebensunterhalt zu garantieren.“
Alle Saisonspiele gewonnen
Dass Zell einen so perfekten Einstand auf der Trainerbank des VC Dornbirn feiern kann, führt er auf die Bereitschaft der Mannschaft und seinen eigenen Drang nach Perfektion zurück. Sieben Siege im Herbst in der bis Herbst zweigeteilten zweiten Volleyball-Bundesliga und die makellose Bilanz von sieben Erfolgen nach Wiederaufnahme des Spielbetriebes im Jänner sind ein eindeutiger Beweis, dass die Chemie zwischen Mannschaft und Trainer passt. „Ich versuche in jeder Trainingseinheit und bei den Spielen die richtige Mischung zwischen fördern und fordern zu finden und lege sehr viel Wert auf technische und taktische Dinge.“
Da Zell erst relativ spät mit dem Volleyballsport begonnen hat, macht er kein Hehl daraus, dass er bei seinem Werdegang als Trainer von seinen autodidaktischen Fähigkeiten profitiert hat. „Meine Begeisterung für Sport war schon in der Jugend polisportiv ausgelegt und spiegelt sich auch in den Aktivitäten abseits der Halle. Meine Freude für Eisklettern, Tiefschneefahren oder Skitouren haben den Wechsel von Wien nach Vorarlberg sicher beeinflusst. Hier im Ländle ist dies praktisch vor der Haustüre möglich. Bislang habe ich meinen Schritt vom Osten in den Westen noch keine Sekunde bereut.“
In alle Richtungen offen
Dieser Wohlfühlcharakter auf allen Ebenen ist es auch, warum sich Zell noch keine Gedanken darüber gemacht hat, wie lange sein Boxenstopp in Vorarlberg dauern soll. „Im Moment passt es und falls sich daran was ändert, werde ich mich neu orientieren.“
Offen in alle Richtungen ist der 37-Jährige auch bei seiner Tätigkeit als Trainer im Volleyball. „Wenn man so wie ich mit vollem Einsatz und Engagement als Trainer arbeitet, hat man sich natürlich auch schon einmal Gedanken darüber gemacht, wohin die Reise gehen soll oder besser könnte. Doch ich habe mir dahingehend keine konkreten Ziel gesetzt. Vielleicht auch deshalb, um mir alle Möglichkeiten offen zu lassen.“
Vorerst lenkt Zell seine volle Konzentration auf den Endspurt mit der zweiten Bundesliga. In den ausstehenden zwei Partien reicht ein Tabellenpunkt, um den Titelgewinn zu fixieren. „Absolute Krönung wäre natürlich, wenn wir das Kunststück schaffen würden, die Saison ohne Niederlage abzuschließen. Meister zu werden ohne Niederlage wäre eine besondere Auszeichnung – sowohl für die Spielerinnen, als auch den Trainer. VN-JD
Zur Person
Rene Zell
In seiner Premierensaison als VC-Dornbirn-Trainer blieb der 37-Jährige bislang in allen 14 Begegnungen siegreich.
Geboren 9. Jänner 1984
Ausbildung Lehramtsstudium für Mathematik, Bewegung und Sport
Trainerstationen Bis 2018 u. a. bei Sokol/Post SV NÖ ausschließlich im Nachwuchs tätig; Saison 2018/19 VC Simmering (Wiener Cupsieger); Saison 2019/20 UVC Mank (2. Bundesliga); seit Sommer 2020 VC Raiffeisen Dornbirn