Eine gute Hirtin

Wetter / 17.03.2021 • 18:14 Uhr
Christiane Assel ist seit Kurzem Pfarrerin in Bludenz. VN/JS
Christiane Assel ist seit Kurzem Pfarrerin in Bludenz. VN/JS

Pfarrerin Christiane Assel wirkt in der evangelischen Pfarre Bludenz.

Bludenz Christiane Assel ist ein sehr weltoffener Mensch. „Ich wurde so erzogen“, sieht sie diesen Umstand in ihrer Erziehung begründet. Im Oberbergischen Hückeswagen (Nord-Rhein-Westfalen) geboren und in der Umgebung von Nürnberg aufgewachsen, war Assel bereits in ihrer Jugend in der Kirchengemeinde sehr engagiert. Ihr Praxisjahr absolvierte sie Ende der 1980er Jahre in Großbritannien, ehe sie ihre Studienjahre nach Bielefeld, Heidelberg und Neuendettelsau führten. Das Vikariat absolvierte sie bei Pfarrer Erich Puchta in St. Stephan/Lindau. Damals knüpfte die junge Frau auch erste Kontakte ins Ländle. „Ich habe durch Kanzeltausch Bregenz-Kollege Olschbauer kennengelernt und konnte meinen Horizont bei einer Bodensee-Theologenkonferenz nach Vorarlberg erweitern“, sagt sie. Auch ihrer zweiten großen Leidenschaft, dem Gesang, konnte sie hier nachgehen. „Als Sängerin genoss ich eine Ausbildung bei Martin Keller an der Musikschule in Bregenz und konzertierte im Bodenseeraum mit geistlicher und weltlicher Literatur“, erzählt sie von damals.

Neue Herausforderung

Zuletzt war die Mutter einer erwachsenen Tochter 21 Jahre in Erlangen wohnhaft. Dort gründete sie unter anderem den Kinderchor „Die Röthelheimspatzen“. „Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen liegt mir schon immer am Herzen und hält mich lebendig“, sagt die Seelsorgerin, die auch zwölf Jahre als Schulpfarrerin in ihrer Heimat tätig war. Mit dem Schulabschluss ihrer Tochter Maria Johanna ergab sich für die 52-Jährige die Möglichkeit, nach einer neuen Herausforderung Ausschau zu halten. Im Herbst des Vorjahres bewarb sie sich bei mehreren Auslandsstellen; unter anderem auch in Bludenz.

Großes Abenteuer

Ihre Tochter war es, die sie schließlich ermutigte, die offene Stelle in Bludenz anzunehmen. „Bei unseren regelmäßigen Urlauben im Störrischen Esel auf Korsika haben wir Hansjörg Klotz kennengelernt. Er kommt aus Bludenz und ist quasi der Korsika-Opa meiner Tochter“, erzählt sie von einer bereits vorhandenen, emotionalen Verbindung zur Region.

Ihre neue Aufgabe, die Christiane Assel als großes Abenteuer bezeichnet, geht die engagierte Pfarrerin mit viel Elan an. „Eine Stelle im Auslandsdienst passt super in meine aktuelle Lebensphase“, sagt sie. Der Umzug von Deutschland nach Österreich in Zeiten wie diesen war für die Klerikerin jedoch kein einfacher. „Das Ankommen war schwierig, da ich mich zunächst in Quarantäne begeben musste“, macht sie keinen Hehl daraus, dass das „Eingesperrt-Sein“ für sie nicht einfach war. Inzwischen konnte sie jedoch erste Kontakte knüpfen, sich in der Pfarre mit ihrem großen Einzugsgebiet einleben und die völlig anderen Kirchenstrukturen in Österreich etwas besser kennenlernen. Auch ihre ersten Gottesdienste konnte sie bereits feiern.

Den Schwerpunkt bei ihrer Arbeit sieht Christiane Assel in den Bereichen geistliche Beratung und Seelsorge. „Auch die Gottesdienste liegen mir sehr am Herzen“, sagt die Pfarrerin, die hofft, insbesondere auch im Ehrenamt Akzente setzen zu können. „Ich möchte gute Hirtin und Multiplikator zugleich sein. Mir ist es ein großes Anliegen, das Engagement der Ehrenamtlichen zu fördern, damit auch andere die Schafe mithüten“, sagt Assel, die sich in Bludenz um rund 800 Pfarrmitglieder kümmern muss. Gleichsam sieht sie sich selbst auch als Brückenbauerin zu jungen Menschen.

Kraft schöpft die 52-Jährige in der Natur. „Ich bin gerne in den Bergen unterwegs, egal ob im Winter beim Langlaufen oder im Sommer beim Wandern. Insofern fühle ich mich in dieser Umgebung sehr wohl“, sagt Assel. VN-JS

Zur Person

Christiane Assel

Geboren 12. Jänner 1969

Familie eine Tochter

Beruf Pfarrerin, Sängerin

Hobbys Singen, Klavier und Gitarre spielen, Langlaufen, Radfahren, Lesen, Bergwandern

Motto Leben und leben lassen