Der Dellendrücker

Wetter / 01.03.2021 • 20:11 Uhr
Robert Brotzge ist schon seit seiner Kindheit von Autos fasziniert. 
Robert Brotzge ist schon seit seiner Kindheit von Autos fasziniert. 

Robert Brotzge bringt beschädigte Autos wieder auf Vordermann.

Koblach Einmal beim Ausparken kurz nicht aufgepasst, schon ist der Zusammenstoß mit einem Verkehrsschild oder das Touchieren eines anderen Autos passiert. Der Weg führt dann häufig zu Dell-Ex in Koblach, wo Robert Brotzge Geschäftsführer ist. Das Unternehmen hat sich in Sachen Blechschäden in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. Bei Park-, Hagel- oder Transportschäden kommt die Drücker-Methode zum Einsatz, bei der die Reparaturen im Handumdrehen erledigt werden können, wie Brotzge erklärt. Dies ist aber nicht die einzige innovative Technik bei Dell-Ex, auch mit Klebepistole, Vakuum-Saugnapf oder dem Induktionserwärmer entfernt der Spenglermeister jede Delle. Ganz ohne lackieren oder kitten. „Uns ist es wichtig, so originalgetreu wie möglich zu arbeiten. Einen Teil auswechseln oder neu lackieren kann man gut lernen, das Dellendrücken braucht Leidenschaft.“

Faible für Autos

Bereits als Kind übten Autos eine große Faszination auf ihn aus: „In der Nachbarschaft gab es eine Spenglerei. Als junger Bub bin ich da täglich auf dem Schulweg vorbeigegangen. Autos haben mir immer schon gefallen. Ich hatte damals das Gefühl, als ob es gar keinen anderen Beruf gebe“, erinnert er sich. Jede freie Minute verbrachte er später in der Spenglerei und schloss später die Lehre ab, wurde Geselle und machte dann den Meister: „Man wächst mit jeder dieser unterschiedlichen Stufen mit, und jede Erfahrung bringt mich weiter.“

Gerichtlicher Sachverständiger

Im Jahr 2000 machte er sich dann in Koblach mit seiner Firma Dell-Ex selbstständig. Seit fünf Jahren führt er den zweiten Standort Lack-Plus in Götzis, der auf das Lackieren spezialisiert ist. Für Robert Brotzge ist der Beruf Berufung. „Deswegen gibt es für mich die Unterteilung in Frei- und Arbeitszeit nicht. Wenn man liebt, was man macht, vergisst man die Zeit. Für mich ist alles Lebenszeit“, ist der Koblacher überzeugt. Nebenher hat Robert Brotzge weitere Ausbildungen absolviert, unter anderem ist er als gerichtlicher Sachverständiger im Bereich Kfz-Lackierung und als Lehrlingsausbildner tätig. „Da lernt man neue Blickwinkel und Perspektiven kennen.“

Systemrelevant

Durchschnittlich kommen etwa 40 Autos pro Woche in die Werkstätten von Dell-Ex. Auch während der Coronapandemie hatten der Firmenchef und seine 13 Mitarbeiter alle Hände voll zu tun. Das alles wäre natürlich ohne ein Team von verlässlichen Mitarbeitern und einem guten Teamgeist nicht möglich, weiß der Geschäftsführer.

Kfz-Werkstätten zählen in der Coronapandemie zu den systemrelevanten Betrieben: „Natürlich hat man gemerkt, dass weniger auf den Straßen los ist, allerdings sind wir zum Beispiel auch für Rotkreuz-Autos zuständig oder betreuen den Fuhrpark unterschiedlicher Firmen“, erklärt Brotzge.

Apropos Autos: Das Lieblingsauto des Fachmanns ist der VW Käfer, der auch im Firmenlogo zu erkennen ist. „Es ist der Klassiker für Beständigkeit und Verlässlichkeit. Das passt zu unserer Philosophie.“ Die Firmenphilosophie der Spenglerei spiegelt sich übrigens auch in dem eigens kreierten Song wider: „Ob Tesla, Audi oder VW: Bei Dell-Ex sind Schäden nun passé. Sonne, Schnee oder Hagelwetter, die Crew von Dell-Ex sind auch Beulengötter“, heißt es unter anderem passend darin. VN-MIH

„Wenn man seinen Beruf liebt, dann gibt es die Unterteilung in Frei- und Arbeitszeit nicht.“

Zur Person

Robert Brotzge
ist Geschäftsführer der Autospenglerei Dell-Ex in Koblach.

Ausbildung Lehre als Kfz-Spengler und Lackierer; gerichtlicher Sachverständiger

Freizeit Zeit in der Natur verbringen und Bewegung

Familie verheiratet, drei Kinder