Sozialaktion im Tophotel

Daniela Pfefferkorn schenkt hilfsbedürftigen Familien Ferien.
LECH Wirtschaft und Spiritualität können kompatibel sein. Das beweist Daniela Pfefferkorn. Die 50-Jährige führt ein Hotel und ist als Humanenergetikerin und Tierkommunikatorin tätig. Vor rund zehn Jahren startete sie eine Sozialaktion: Sie lädt Familien mit kranken, behinderten und sozial benachteiligten Kindern ein, in ihrem 4-Sterne-Haus „Goldener Berg“ Ferien zu machen und dabei den schwierigen Alltag hinter sich zu lassen – wenigstens für ein paar Tage.
Ihre Kindheit konnte Daniela Pfefferkorn „frei und in der Natur“ erleben. Sie ist mit ihren Eltern und zwei Schwestern in Oberlech aufgewachsen, wo das familieneigene Hotel „Goldener Berg“ steht. 14-jährig ging sie aufs Ski-Gymnasium, wechselte aber in die Hotelfachschule. Danach sammelte sie Berufserfahrung in Frankreich, der Schweiz, den USA und der Türkei, sie arbeitete aber auch im „Goldenen Berg“ mit. 2000 übernahm sie die Geschäftsführung des Hotels, baute um, strukturierte neu und realisierte ihr spezielles Konzept, in dem die Begegnungen mit Menschen und Tieren aus aller Welt im Fokus stehen.
Währenddessen sei ihr immer öfter der Gedanke gekommen, es müsse noch mehr geben: „Mit 25 Jahren machte ich mich auf die Suche nach dem eigentlichen Sinn“, erzählt Pfefferkorn. Mit dem Ziel, in und mit der Natur zu leben, begann sie, geschult von Schamanen, holistischen Ärzten, Natur-, Sport- und Ernährungswissenschaftlern, als Humanenergetikerin zu arbeiten. Nachdem Tiere schon immer zu ihrem Leben gehört haben, ließ sie sich zur Tierkommunikatorin ausbilden.
Ihre soziale Ferienaktion entstand nach einer „wundervollen“ Begegnung mit Joe Fritsche, dem Obmann der Hilfsorganisation „Stunde des Herzens“. Seitdem verbringen jeden Sommer bis zu sechs von „Stunde des Herzens“ betreute Familien einwöchige Ferien in ihrem Hotel. Die eingeladenen Familien werden im „Goldenen Berg“ wie die zahlenden Gäste behandelt, betont Daniela Pfefferkorn.
Beeindruckt hat die Hotelchefin, „was die Eltern dieser Kinder leisten. Wie sie zusammenhalten. Wie sie sich einteilen, wer wann was macht. Wie sie mit ihren Kindern generell umgehen. Das ist unglaublich. Daran kann sich jeder ein Beispiel nehmen“.
An Joshua erinnert sich Pfefferkorn besonders. Der 13-jährige Schüler aus Bludenz leidet an einem Hydrocephalus (Gehirnwassersucht), er ist leidenschaftlicher Musiker. „Als Joshua mit seiner Familie abreiste, bekam ich zum Abschied eine DVD.“ Aufgenommen waren von Joshua gesungene und am Synthesizer begleitete Songs. „Ich bedankte mich herzlich. Dann erzählte mir die Mutter Joshuas Geschichte. Sie hat mich zutiefst berührt.“ Die nächste Ferienaktion wird corona-bedingt „sobald wir endlich wieder dürfen“ durchgeführt. Vielleicht klappt es im Juni.
Positive Perspektiven
Soziales Engagement ist für Daniela Pfefferkorn selbstverständlich. Neben ihrer Ferienaktion macht sie sich für Geflüchtete stark, unterstützt Tierschutzorganisationen, setzt sich für den Naturschutz ein. Des Weiteren schaut sie dazu, dass ihre Nachbarn gut in der Krise zurechtkommen, „und dass die Menschen, die in dieser schwierigen Situation am Rad drehen, wieder positive Perspektiven erhalten“.
Ihre dementsprechend knappe freie Zeit nutzt Daniela Pfefferkorn für sportliche Aktivitäten. Egal, um welche Sportart es sich handelt, „es muss Bewegung in der Natur sein“. Im Winter stehen Ski- und Langlaufen an, in der warmen Jahreszeit Tennis und Tauchen. Am liebsten bewandert sie Berge und Täler. Stundenlang. Immer begleitet von Pablo, dem ausgesetzten Mischlingshund aus Bosnien, der seit zwei Jahren an ihrer Seite ist. HRJ
Zur Person
Daniela Pfefferkorn
Geboren 15. November 1970
Wohnort Oberlech
Beruf Leitung des familieneigenen Hotels Goldener Berg, Humanenergetikerin, Tierkommunikatorin
Familie Vater, 2 Schwestern, Hund Pablo
Freizeit Bewegung in der Natur