Hilfsaktion mit Bier

Wetter / 15.02.2021 • 19:26 Uhr
Stephan Winder: Bier gehört nicht in den Gully.
Stephan Winder: Bier gehört nicht in den Gully.

„Spenden statt verschwenden“, meint Stephan Winder und handelt.

BÜRS, BLUDENZ Bierproduzenten und Biervertreibern setzt die Pandemie gehörig zu. Weil Hotel- und Gaststättenbetriebe noch immer geschlossen sind und das Naturprodukt Bier nur begrenzt haltbar ist, muss derzeit massenhaft weggeschüttet werden. „Lebensmittel gehören in den Magen, nicht in den Gully“, ist Stephan Winders Ansicht. Und spontan, auf dem Heimweg nach einer E-Bike-Tour am Samstag vor einer Woche, „kam mir die Idee, einen kleinen Beitrag in Sachen Nachhaltigkeit zu leisten“.

Der 41-jährige Bürser betreut als Marketingleiter vom Fohren Center Bludenz neben den anderen firmeneigenen Gastro- und Freizeitbetrieben das Wirtshaus „Kohldampf“. Statt gleich heimzuradeln, machte er einen Umweg zum „Kohldampf“, das sich im Fohren Center befindet, und überprüfte den Bierbestand im Kühlhaus. „Ich fand an die 20 Kisten und 30 Kartons mit verschiedenen Biersorten, deren Mindesthaltbarkeitsdatum mit Mitte Februar bis Ende März angegeben war.“ Die Getränke hätten also vernichtet werden sollen. Doch mit dem Einverständnis seiner Chefs konnte Winder das Bier für eine Hilfsaktion verwenden. Am gleichen Tag noch postete er in einem sozialen Medium folgenden Aufruf: „Spenden statt verschwenden, gratis Bier (take away), SO. 7. Feb. von 14 bis 16 Uhr, Gastgarten Kohldampf“. Er wies darauf hin, dass man bei dieser Aktion für „Stunde des Herzens“ spenden möge – die Vorarlberger Hilfsorganisation betreut in erster Linie kranke, behinderte und sozial benachteiligte Kinder – und machte zudem darauf aufmerksam, während der Getränkeabgabe Abstand zu halten und Maske zu tragen.

Unterstützt von seiner Verlobten Sonja und anderen freiwilligen Helfern startete Stephan Winder die Bierhilfsaktion am Sonntag um kurz nach 13.30 Uhr. Früher als geplant deshalb, „um Ansammlungen zu vermeiden und die Abstände einhalten zu können“. Denn vor dem Eingang vom „Kohldampf“ hatte sich bereits eine Menschenschlange gebildet. An der Getränke-Ausgabe im Gastgarten-Zelt konnte sich Winder zufolge jede erwachsene Person zwölf Flaschen Bier aussuchen, so lange der Vorrat reichte. Die freiwilligen Spenden für „Stunde des Herzens“ landeten in einer Box direkt bei der Getränke-Ausgabe. Der Andrang war so stark, dass schon um halb drei Uhr das gesamte Bier verschenkt war und somit die Aktion beendet werden musste. Im Anschluss zählten der Organisator und die Helfer die Spendeneinnahmen. Das Ergebnis: „440,50 Euro – in der kurzen Zeit!“, freut sich Winder. Eine Helferin legte noch einen 50-Euro-Schein dazu. So kamen schlussendlich 490,50 Euro zusammen.

Nachmachen erwünscht

Die Spendenübergabe an Joe Fritsche, den Obmann von „Stunde des Herzens“, erfolgte eine halbe Stunde später. Das Geld ist für ein krebskrankes Kind bestimmt.

„Danke an die Freiwilligen, die spontan für die gute Sache gekommen sind“, betont Stephan Winder. „Ich wünsche mir, dass die Aktion noch ein paar Nachahmer findet.“

Winder gehört übrigens seit 2003 dem Helferteam von „Stunde des Herzens“ an. Eine Zeit lang war er Vize-Obmann der Hilfsorganisation, in den letzten Jahren war er jedoch im Hintergrund tätig: „Zum Beispiel erstelle ich Videos von Hilfsaktionen und Grafiken für Grußkarten.“ Bleibt ihm noch freie Zeit, verbringt er die am liebsten mit seiner Familie, mit Freunden und mit Hund Buddy – eine ziemlich lebhafte Mischung aus schwarzem Labrador und Windhund. In der warmen Jahreszeit ist Gartenarbeit angesagt. Sportlich unterwegs ist Stephan Winder beim Joggen und E-Biken, und Hund Buddy ist immer dabei. HRJ

Zur Person

Stephan Winder

Geboren 24. November 1979

Wohnort Bürs

Laufbahn HAK mit Ausbildungsschwerpunkt Marketing, Matura, einige Jahre im Marketing bei Identic Solutions, Moderator bei Antenne Vorarlberg, seit 2011 Marketing-Leitung Fohren Center (Wilfinger Gastronomie)

Familie verlobt mit Sonja, Vater einer siebenjährigen Tochter