Helden im Kostüm

Marion List ist die Obfrau der Charity Heroes Austria.
Nenzing Es war einmal ein Mädchen, das wollte ihrer älteren Schwester eine Freude machen und verkleidete sich als ihr Lieblingscharakter Gaara aus der Anime-Serie Naruto. Es bastelte sich Haare aus Karton, so wie sie in der Serie gezeichnet waren, und versuchte sich auch so zu schminken . . . „Sie hat sich damals über dieses wirklich schlechte Kostüm so gefreut, dass ich beschlossen habe, ich möchte diesen Charakter wirklich gut für sie machen. Ich bastelte für das Kostüm alles, was ich konnte, selbst meine Mutter half mir bei den Näharbeiten, und die Perücke durfte ich mir von jemandem ausborgen“, erinnert sich Marion „Mokko“ List. Damals war die Nenzingerin 14 Jahre alt, heute, elf Jahre später, studiert sie an der TU Wien Wirtschaftsinformatik und ist Obfrau der „Charity Heroes Austria“.
Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern, die eine schwere Zeit durchmachen, zu helfen, indem sie ihnen eine magische Zeit mit ihren Lieblingshelden schenken. „Wir verkleiden uns als Spider-Man, Spider-Gwen, Eiskönigin Elsa, Prinzessin Arielle und noch viele weitere Charaktere und besuchen Kinder in Heimen, Krankenhäusern oder direkt zuhause bei ihren Familien, und machen mit ihnen, was sie wollen. Von vorlesen, über Spiele spielen, Kekse backen oder einfach ihre Fragen beantworten“, berichtet die 25-jährige Vorarlbergerin. Die Idee zu den „Charity Heroes“ kam von der nunmehrigen stellvertretenden Obfrau Marlene Mayrhofer nach einem Krankenhausaufenthalt an Weihnachten. „Mokko“ hat über einen Facebook-Post eines Bekannten davon erfahren. „Ich war gleich Feuer und Flamme“, schwärmt sie.
Aktuell besteht der Verein, der in ganz Österreich aktiv ist, aus sechs zivilen Helfern und 20 kostümierten Helden, darunter vier Vorarlbergern. Im September waren einige von ihnen bei der Puls4-Sendung „2 Minuten 2 Mentoren“ zu sehen. „Wir haben durch die Teilnahme versucht mehr Bekanntheit zu erlangen, damit wir mehr Menschen erreichen“, erläutert die Obfrau. Wegen Corona sind die „Charity Heroes“ bis auf Weiteres hauptsächlich per Brief erreichbar. Auf Anfrage werden auch Videobotschaften verschickt. Marion List freut sich schon wieder auf die persönlichen Kontakte. Sie unterstreicht: „Es gibt so viele Kinder, die sich wünschen einmal ihre Helden in echt zu treffen. Ich selbst wurde von einem meiner Kindheitshelden enttäuscht, mir wurde das Herz gebrochen, und ich möchte keinem Kind das Herz brechen, ich möchte ihnen die besondere Heldenzeit geben, die sie verdienen.“ VN-ger
Zur Person
Marion List
schlüpft für den guten Zweck in Heldenkostüme.
Wohnort Nenzing und Wien
Geboren 16. März 1995
Ausbildung HTL Dornbirn (Wirtschaftsingenieurwesen), derzeit Wirtschaftsinformatikstudium an der TU Wien
Hobbys Kostüme machen, Skifahren, Radfahren, Wandern