„Ich bin eine Spitzenfrau“

Anita Keckeis ist mit ihren textilen Kreationen erfolgreich.
Bludenz Anita Keckeis hat sich mit ihrem KEX Spitzenatelier in Bludenz bereits etabliert. Zahlreiche Kunden schätzen ihre textilen Kreationen und auch die Begegnungen in ihrem Atelier. Dieses hat die innovative Spitzendesignerin vor Kurzem erst in die Untersteinstraße 13 verlegt: „Die alte Stadtvilla und ich haben uns gefunden. Nachdem ich zuvor immer mein Auto vor diesem wunderschönen Haus geparkt hatte, fiel es mir ständig ins Auge. Der Besitzer, Bernhard Fink, hat keine Mühe gescheut und das Gebäude mit viel Liebe originalgetreu renoviert. So wurden auch Böden aus einer alten Villa in Bregenz verwendet, nicht zuletzt dadurch leben die Atelierräumlichkeiten auf eine besondere Weise auf.“ Es sei das persönliche Miteinander, das KEX Spitzenkultur ausmache.
Der textile Schmuck der Wahl-Bludenzerin erinnert an Gemälde des spanischen Malers Diego Velàzquez aus dem 16. Jahrhundert. Er ist zeitlos schön. „Es braucht eine persönliche Haltung, meinen Schmuck zu tragen. Man muss sich selber mögen – mit allen Stärken und Schwächen“, erklärt die innovative Designerin.
Bekannte Bewunderer
Ihre Kreationen sind international erfolgreich, selbst der inzwischen verstorbene Designer Karl Lagerfeld und Christiane Arp, die Chefin der Zeitschrift Vogue, waren von ihnen angetan. Doris Schmidauer, die Ehefrau des österreichischen Bundespräsidenten, trägt ebenfalls textilen Schmuck von Anita Keckeis. „Ich wusste schon mit zwölf Jahren, dass ich Stickerei-Designerin werden möchte. Schon damals war ich mir sicher, dass ich die schönsten Spitzen entwerfen werde. Ich bin einfach eine Spitzenfrau!“, betont Keckeis. Sie sei eigenwillig, zielgerichtet, fast schon stur – das wurde ihr bereits von ihren Lehrern an der HTL Dornbirn attestiert. „Ich musste mich in einer Männerdomäne durchsetzen. Das gelang mir bereits in meiner ersten Stelle in Liechtenstein, aber immer mit einem Lächeln“, fügt die Kosmopolitin an.
Vier Jahre in einem renommierten Textilunternehmen festigen ihre Kenntnisse und auch ihren Durchsetzungswillen: „Ich habe mich mit 22 Jahren selbstständig gemacht. Eigene Visionen und eine Portion Glück waren hilfreich, als ich in Hohenems ein Atelier eröffnete. Meine Entwürfe verkaufte ich an Stickerei-Manufakturen, war aber auch auf Messen in Paris und Mailand präsent.“
Affinität für Japan
Anita Keckeis zeichnet sich zudem durch Flexibilität aus. Als sie ihren Mann Martin kennenlernte, der in Wien Architektur studierte, zog sie kurzerhand nach Wien und war dort als Stylistin tätig. Berlin bildete die nächste Station: „Meine Faszination für meinen Beruf hat sich dort noch vertieft. Ich hatte mich in Berlin verliebt, die Urbanität und das Flair dieser Stadt hat mich sehr inspiriert. Dort entstand auch meine erste Kollektion, die ich gleich in der Galeries Lafayette verkaufen durfte.“ Ihre filigranen Schmuckstücke haben eine eigene Ästhetik, die sehr aussagekräftig wirkt. Mit ihren Kreationen möchte sie die Persönlichkeit der Trägerin unterstreichen. Eine große Affinität besteht auch zu japanischen Designern. Ihr Schmuck verkauft sich dort ebenfalls gut.
Ganz schön schlicht
Nach 17 Jahren Berlin entschied sich das Ehepaar vor einem Jahr zur Rückkehr: „Bludenz hat mich verführt. Wir wohnen auf der Halde, von der Architektur des Hauses bin ich begeistert. Ich liebe das Schöne in allen meinen Lebensbereichen!“ Auch das neue Atelier entspricht diesem Motto.
Die Räume sind in schlichten Weiß- und Grautönen gehalten, nichts wirkt überladen. Jedes einzelne Exponat kommt gut zur Geltung. Auch die Möbel passen themenspezifisch zu den ausgestellten Artefakten. BI
Zur Person
Anita Keckeis
Geboren 1969
Familie verheiratet mit Martin
Hobbys Malen, Fotografieren, Musik (vor allem Jazz), Museen, Theaterbesuche, Reisen
Motto Ich versuche, mein Leben ohne „hätte“ zu gestalten!