Messe-Möglichmacher

Stefan Rippl verantwortet Technik, Sicherheit und Covidprophylaxe.
Dornbirn Für Stefan Rippl, Prokurist und Leiter der Technik und Sicherheit der Messe Dornbirn, ist Covid19 nicht die erste Herausforderung, die es zu meistern gilt. Der gelernte Anlagenelektriker und studierte Business Manager war für Zumtobel Leuchten, Haberkorn und Ölz weltweit im Einsatz. Als die Vogelgrippe akut war und jeder tote Vogel für Veranstalter eine Hiobsbotschaft sein konnte, war er Eventmanager und technischer Leiter bei den Bregenzer Festspielen. „Mich haut so schnell nichts mehr vom Hocker“, lacht der 50-Jährige. Nach insgesamt 16 Jahren bei den Festspielen habe er fast alles gesehen, sei es von Hochwasser bis zu anspruchsvollen Gastveranstaltungen. Seit sechs Jahren ermöglicht er nun die Abwicklung von Veranstaltungen im Messequartier und ist nun auch der Covidbeauftragte und ist während der Messe verantwortlich für die Arbeit von bis zu 300 Personen von Techniker bis Hygieneteam.
Die Ausbildung zum Pandemiebeauftragten stellte ein Onlinekurs des Roten Kreuzes dar. Gemeinsam mit zwei weiteren Mitgliedern seines Teams soll er künftig nicht nur die hauseigenen Messen verantworten, sondern auch für Externe als Ansprechperson dienen. Dass mit der Herbstmesse gleich eine der größten Publikumsmesse der Messe Dornbirn zum Praxistest wird, sorgt bei ihm nicht für Bauchweh. Trotzdem musste die Herbstmesse neu gedacht werden. Dreimal wurde das Konzept von Grund auf neu verfasst, seit Monaten arbeitet man in einem Gremium eng mit den Behörden zusammen. „Man musste sich in die Besucher hineinversetzen und alle Wege durchgehen“, erklärt Rippl den grundsätzlichen Ansatz. Wichtig war, die Besucherströme auseinanderzuziehen. Daher gibt es nun mehrere Busstationen, Gastronomie und Weinhandel sind nicht mehr in derselben Halle, der Gratiseintritt wurde verlängert, damit nicht alle gleichzeitig kommen.
Hinzu kommt die Digitalisierung des Ticketssystems. Bislang hatte man davon aus Rücksicht auf die älteren Besuchern Abstand genommen. Nun wurde innerhalb von zwei Monaten ein neues Onlineticketsystem aufgesetzt, mit Voranmeldung und Zugangsschranken. „Andere Messen und Veranstalter sagten, dass wir das nie schaffen in der Zeit“, ist er stolz auf sein Team, das es dennoch leistete. Hinzu kam die Vorbereitung und Information der Aussteller. Diesen werde grundsätzlich eine Maske der Klasse FFP2 empfohlen. Natürlich kennt er auch die Kritik, sieht aber den Vergleich mit Volksfesten wie der Kilbi verzerrend. Mit den Ausstellungsstände sieht er eher Gemeinsamkeiten mit Shoppingmeilen und Einkaufszentren.
Vorreiterrolle der Herbstmesse
Die Herbstmesse spiele hier auch eine Vorreiterrolle. Österreichweit sollen heuer noch mehrere Dutzend Messen stattfinden, die sich wohl auch an der Dornbirner Messe orientieren werden. Daneben setze auch Graz mit einer neuen Herbstmesse Akzente, in Tulln fand gerade die Gartenmesse statt. Im Vergleich zu dieser habe man in Dornbirn jedoch die strengeren Regeln aufgesetzt, versichert Rippl. Gleichzeitig setze man auch ein Signal für die eigene Wirtschaft, die auch von der Messe profitieren solle. „Lieber machen wir mit Abstand und Maske intensivere Schutzvorrichtungen, als zu locker und danach hat man das Problem am Schluss“, betont der 50-Jährige.
Rippl setzt auch auf den Hausverstand und die Mitarbeit der Besucher. „Jetzt war ein halbes Jahr Stillstand, auch was Vergnügnungen anbelangt“, blickt er zurück. Nun hofft er, dass sich alle an die Regeln halten, um mit der Herbstmesse wieder ohne Reue etwas Abwechslung ermöglichen zu können. VN-rau
Zur Person
Prokurist Stefan Rippl, MAS
Der Leiter der Abteilung Sicherheit und Technik ist der Covidbeauftragte der Herbstmesse.
Geboren 2. Mai 1970
Ausbildung Anlagenelektriker, Studium Business Manager an der Alpen Adria Universität
Laufbahn Zumtobel Leuchten, Ölz, Haberkorn, Bregenzer Festspiele
Familie verheiratet, eine Tochter