Ein Faible für Vögel

Biologin Johanna Kronberger engagiert sich für den Vogelschutz.
Sulz Eine intensive Beziehung zur Natur war für Johanna Kronberger eigentlich immer schon gegeben: „Mein Opa hatte eine Landwirtschaft, wir waren oft bei ihm. Meine Eltern gingen mit meinem jüngeren Bruder und mir viel wandern, wir verbrachten viel Zeit im Freien. Ich habe mich immer schon dafür interessiert, wie all die Pflanzen und Tiere heißen, die wir auf unseren Unternehmungen gesehen haben. Kaum konnte ich lesen, habe ich tagelang Bestimmungsbücher zu Tier- und Pflanzenarten angeschaut.“ Diese Leidenschaft hat sie nie mehr losgelassen. So war es auch kein Wunder, dass die Wahl ihres Studienfachs auf Biologie fiel: „Biologie ist so vielfältig! Es gibt so viele unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten. Ich wollte immer schon alles darüber wissen, die Eingrenzung auf ein Fachgebiet fiel mir ausgesprochen schwer.“
Da der jungen Biologin schon bald bewusst war, wie sehr der Erhalt der Artenvielfalt mit einem umfassenden Natur- und Umweltschutz zusammenhängen, folgte als weiteres Studium „Naturschutz“ an der Universität in Wien. Unterhält man sich mit Johanna Kronberger, beeindruckt sie durch ein unglaubliches Fachwissen in Flora und Fauna, sie stellt mit Leichtigkeit biologische Zusammenhänge her und verknüpft ihre Kenntnisse auf lebendige und anschauliche Art mit ihren Erfahrungen. Ihr Spezialgebiet sind Vögel: „Mich haben Vögel immer schon fasziniert. Bei Pflanzen weiß ich in etwa, in welchem Gebiet sie wachsen. Vögel können jedoch überall auftauchen, da bleibt einfach der Überraschungseffekt bestehen. Vor Kurzem war ich auf den Drei Türmen, da flog auf einmal ein Steinadler über uns hinweg. Das war ein ganz besonderer Moment. Aber auch Spatzen sind spannend, ich entdecke immer wieder neue Verhaltensweisen bei ihnen.“
Steinhühner erforschen
Seit zwei Jahren ist Kronberger Obfrau von BirdLife Vorarlberg. Der Verein ist eigenständig, zugleich aber auch ein Zweigverein von BirdLife Österreich: „Unser Ziel ist es, den Vogelschutz im Land weiterzubringen. Wir führen Exkursionen durch, halten Vorträge und informieren die Bevölkerung über den Vogelschutz. Außerdem führen wir ein mehrjähriges Brutvogel-Monitoring durch. Auf rund vierzig Strecken sammeln wir Daten als Nachweis über die Population von Vögeln. Zwei Mal im Jahr gehe ich dieselbe Strecke ab und vermerke genau, welche Vögel ich sehe und höre.“ Aktuell führt die Ornithologin auch für die Inatura Dornbirn ein Projekt zu Steinhühnern durch: „Steinhühner leben sehr versteckt und sind schwer zu finden. Ich finde dieses Projekt insbesondere deshalb spannend, weil Steinhühner noch kaum erforscht sind.“
Vielseitiges Aufgabenfeld
Nach ihrem Studium absolvierte die Naturliebhaberin ein Praktikum in der Umweltschutzabteilung des Landes, vor drei Jahren wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit: „Ich habe ein sehr vielfältiges Aufgabenfeld. Neben Exkursionen und Vorträgen nehme ich Kartierungen, wie eben zum Steinhuhn vor. Ich bin beispielsweise für die Gemeinde Bludesch als Naturschutzberaterin tätig oder arbeite im Alpengarten der Lindauer Hütte mit.“ Seit nunmehr zwei Jahren ist die engagierte 32-jährige auch in der Naturschutzanwaltschaft tätig. „Unsere Aufgabe ist es, bei behördlichen Naturschutzverfahren eine zusätzliche Stimme für die Natur einzubringen. Wir können eine Stellungnahme abgeben, haben aber meist keine Parteistellung. Leider nehmen die Konflikte zu, die Interessen von Naturnutzern und Naturschutz müssen gründlich abgewogen werden.“ Ergänzend zu allen Aufgaben und Ämtern ist Johanna Kronberger auch noch bei der Naturwacht: „Dort bin ich als stellvertretende Landesleiterin für die Ausbildung der neuen Naturwächter zuständig. Ehrenämter bekommt man sehr schnell. Aber auch das mache ich gerne!“ BI
Zur Person
Johanna Kronberger
Geboren 23. Februar 1988
Beruf Biologin
Hobbys alles in der Natur, Wandern, Klettern, Schwimmen