Faszination Film

Wetter / 03.06.2020 • 18:26 Uhr
Das neueste Projekt des Kinobetreibers ist das Ländle-Autokino. VN/PAULITSCH
Das neueste Projekt des Kinobetreibers ist das Ländle-Autokino. VN/PAULITSCH

Schon als Kind träumte Michael Wieser davon, im Kino zu arbeiten.

Dornbirn Auf dem Messegelände in Dornbirn herrscht reges Treiben. Getränke und Popcorn werden vorbereitet, Männer in Warnwesten schlendern bereits über den Parkplatz. Die Sonne steht schon tief, die Leinwand wird bald aufgebaut, erklärt Michael Wieser, Kinobetreiber und Mitorganisator des Ländle-Autokinos. Dann kann es losgehen mit einer neuen Vorstellung in Vorarlbergs erstem Autokino.

Das Ländle-Autokino

Euphorisch und noch etwas hektisch erzählt Wieser vom Start seines jüngsten Projektes. Zusammen mit seinem Partner Adrian Juriatti, Simon Konrad von der Eventagentur „Kokon“ und vielen anderen Partnern und Sponsoren hat er das Ländle-Autokino in den vergangenen Wochen durchgeplant und aufgebaut. Der Start war nervenaufreibend. Nach wochenlanger Planung lief bei der Generalprobe laut Wieser noch so manches schief. Doch bei der offiziellen Premiere funktionierte glücklicherweise alles reibungslos. „Dass es so gut läuft, haben wir uns zwar gewünscht, hätten wir uns ehrlich gesagt aber nicht gedacht“, ist der gebürtige Bludenzer zufrieden. Die Idee eines Autokinos habe Wieser immer wieder im Kopf gehabt. Das Risiko mit dem allgemeinen Kinobetrieb sei durch die hohen Kosten allerdings immer zu groß gewesen. Durch die Ausnahmesituation der Pandemie und der damit verbundenen Bestimmungen änderte sich die Situation. Auch Wieser, der zusammen mit Juriatti zwei Vorarlberger Kinos (in Dornbirn und Bludenz) betreibt, musste diese geschlossen halten und stand vor einer großen Herausforderung. Mit dem Autokino fand er ein Projekt, in das er seine neugewonnene Zeit investieren konnte und wollte. „Mit einem Haufen Partner (…), die alle an das Projekt glauben“, war es schließlich auch möglich, das Autokino zu realisieren, erzählt er. 

Der Traum vom Platzanweiser

„Die Faszination Film und Kino hat mich immer schon gereizt“, beschreibt der heutige Kinobetreiber und Filmverleiher den Ursprung seiner Leidenschaft. „Hurra, die Schule brennt“ war der erste Film, den er im Kino in Bludenz gesehen hat. Damals war er sechs oder sieben Jahre alt, erzählt der heute 53-Jährige, „und von da an war mein Traum, irgendwann einmal im Kino zu arbeiten.“ Dafür blieb der Jugendliche Wieser hartnäckig. Als er alt genug war, um als Platzanweiser zu arbeiten, erkundigte er sich im Kino in Bludenz nach einer freien Stelle. Da keine zu vergeben war, riet ihm der Betreiber, sich jeden Monat einmal zu melden „und ich habe das ein Jahr lang durchgezogen und jeden ersten (…) beim Kino angerufen und gefragt, ob es jetzt einen Platz als Platzanweiser gebe. Wahrscheinlich bin ich dem so auf die Nerven gegangen, dass er dann gesagt hat: ‚Ja, komm einmal‘“, erinnert sich Wieser an die Zeit zurück und lacht. Der 1. Dezember 1982 war sein erster Arbeitstag als Platzanweiser im Kino in Bludenz und der Anfang seiner Karriere im Film- und Kinogeschäft. VN-LIW

Zur Person

Michael Wieser

wurde in Bludenz geboren und wohnt heute in Nenzing.

Geburtstag 23. April 1967

Ausbildung Einzelhandelskaufmann

Beruf Kinobetreiber, Filmverleiher

Familie Single, Vater einer Tochter

Hobbys Schallplatten, alte Minicooper, Radio, mit Genuss faulenzen

Lieblingsfilm Mein Leben ohne mich