Zahlenstark

Wetter / 17.05.2020 • 18:04 Uhr
Günter Kara setzt sein berufliches Fachwissen in seinem ehrenamtlichen Einsatz für den Pfarr- und für den Diözesankirchenrat um. kara
Günter Kara setzt sein berufliches Fachwissen in seinem ehrenamtlichen Einsatz für den Pfarr- und für den Diözesankirchenrat um. kara

Günter Kara engagiert sich im Pfarr- und Diözesankirchenrat.

Frastanz, Amerlügen Wenn Budgets verwaltet, Betriebsabläufe geprüft oder Finanzen optimiert werden müssen, dann ist Günter Kara in seinem Element. Der Amerlügner engagiert sich gemeinsam mit vier weiteren Privatpersonen im Frastanzer Pfarrkirchenrat, was nun insbesondere in der finanziell engen Coronazeit seine Früchte trägt.

„Ich habe bereits in der Schule ein großes Interesse für Zahlen und Finanzen entwickelt“, sagt Kara. „Dementsprechend hat sich mein Weg auch in diese Richtung entwickelt.“ Nach der Handelsschule in Feldkirch gelangte Günter Kara über die Raiffeisen-Schiene letztendlich zur LGT Group in Liechtenstein, in welcher er in seinen 30 Dienstjahren ein großes Fachwissen aufgebaut hat. „Im Juni 2017 wurde ich dann vom damaligen Pfarrer – er ist inzwischen leider verstorben – gefragt, ob ich mir vorstellen könne, im Pfarrkirchenrat mitzuwirken“, führt Kara aus. „Ich habe nach einer kurzen Nachdenkphase ja gesagt, da ich unter anderem auch hinter die Kulissen blicken wollte.“

Der Start war für das gesamte Team nicht einfach. „Wir waren fast alle neu im Pfarrkirchenrat und mussten dementsprechend mit null Know-how anfangen“, sagt Kara. Zudem musste das Team nach einer sehr kurzen Einlernphase zwei Jahre lang ohne hauptamtlichen Pfarrer auskommen. Mit dem notwendigen beruflichen Fachwissen und der tatkräftigen Hilfe des Pfarrsekretariats spielte sich das Team aber sehr gut ein.

„Die Pfarre Frastanz ist eine der größten im Land, dementsprechend gibt es da auch viele Aufgaben“, sagt Kara. So muss das Team – und das ist nur ein Teil des großen Tätigkeitsfelds – ein Gesamtbudget von einer halben Million Euro verwalten, jährlich rund 15.000 Bank- und Kassabewegungen managen und verbuchen und acht verschiedene Budgets und Jahresabschlüsse für die verschiedenen Pfarrinstitutionen, wie zum Beispiel die öffentliche Bibliothek, erstellen und verwalten. „Wir haben in den vergangenen Jahren auch viele Prozesse analysiert und auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft“, führt der 55-Jährige aus. „So wurden auch einige Maßnahmen getroffen, die die Pfarre wirtschaftlich besser dastehen lassen. Das zahlt sich gerade jetzt voll aus.“ So ist auch die Pfarre Frastanz von der Coronakrise stark betroffen. „Wir haben umgehend reagiert und das Budget überarbeitet.“ So muss in diesem Jahr beispielsweise die für 2020 geplante Erweiterung der öffentlichen Bibliothek in die Zukunft verschoben werden.

Um die Vielzahl an Aufgaben zu bewältigen, müssen Kara und das Team vom Pfarrkirchenrat viel Zeit investieren: „Wenn man die Sitzungen und alle Tätigkeiten einrechnet, investiert der Rat pro Jahr um die 1500 Stunden an freiwilliger unbezahlter Arbeit.“ Dass sich Günter Kara in seiner Arbeit bereits bewährt hat, zeigt seine kürzliche Bestellung zum Diözesankirchenrat der Diözese Feldkirch. Dieser kann in seinen Tätigkeiten mit einem Aufsichtsrat verglichen werden.

Wenn sich bei Kara die berufliche und ehrenamtliche Welt einmal nicht um die Zahlen dreht, dann ist er wahrscheinlich beim Musizieren oder im Chor anzutreffen. „Ich habe mir vor vier Jahren meinen Kindheitstraum erfüllt und angefangen, Saxophon zu lernen“, sagt Kara stolz. Weiter ist er auch Obmann des Chors SingKlang, in welchem er als Tenor mitsingt. „Wenn ich von einer Chorprobe nach Hause komme, bin ich wie ein anderer Mensch“, schließt er. VN-JLO

Zur Person

Günter Kara

Pfarrkichenrat der Pfarre Frastanz, Diözesankirchenrat.

Geboren 23. Mai 1964

Familie verheiratet, zwei Söhne

Ausbildung Wirtschaftsprüfer, Mediator

Beruf Stv. Leiter Konzernrevision LGT Group

Hobbys Saxophon, Singen, Garten, Bewegung