“Ich will gestalten”

Wetter / 06.03.2020 • 18:45 Uhr
Christoph Kirchengast hat im Vorderland viel in Bewegung gesetzt. kirchengast
Christoph Kirchengast hat im Vorderland viel in Bewegung gesetzt. kirchengast

Christoph Kirchengast verantwortet die Regio Vorderland-Feldkirch.

Sulz „Jetzt steht man plötzlich drin und das Ding ist da“, erklärt Christoph Kirchengast. „Das Ding“ ist das Altstoffsammelzentrum (ASZ) Vorderland: Kirchengast, der seit 2012 Geschäftsleiter der Regio Vorderland-Feldkirch ist, hat damit ein Langzeitprojekt abgeschlossen. „Vom ersten Tag meiner Tätigkeit an, war das ASZ so gut wie immer Thema“, blickt er zurück. Viel Überzeugungsarbeit und Gestaltungswille steckt im Projekt: immerhin mussten nicht nur 13 Bürgermeister, sondern auch deren Gemeindevertretungen überzeugt werden. „Das geht nicht“, habe Kirchengast oft gehört, immer wieder sei man festgesteckt. Aber gemeinsam sei es gelungen, die Knoten zu lösen und am Ende ging es ganz schnell. „In Rankweil hat die Gemeindevertretung erklärt, dass man selber was machen würde, wenn weiter nichts passiert.“ Rasch gelang ein Grundsatzbeschluss und die ersten Gemeinden stießen dazu, das löste einen Domino-Effekt aus und heute, Samstag, 7. März, wird das ASZ offiziell eröffnet.

Regio-Manager Kirchengast wird von den Bürgermeistern der Region geschätzt, der gebürtige Grazer und die Regio Vorderland passen zusammen. Dass der Kultur- und Sozialanthropologe einmal Regionsmanager wird, war Zufall. Kirchengast kam in Folge eines Forschungsprojekts in Kontakt mit der Uni Innsbruck, wo er zu arbeiten anfing. Seine Frau arbeitete in Zürich, irgendwann kam man zum Schluss, dass man in Feldkirch, also in der Mitte, wohnen wollte. Zwei Jahre später bewarb er sich für die freie Stelle als Regio-Manager. „Ich wollte mich auch einmal der Praxis stellen“, erklärt er seine Motivation. Für den Wahl-Feldkircher ein Sprung ins kalte Wasser. „Ich habe dann aber schnell erkannt, dass mir das gefällt und liegt“, erzählt der 41-Jährige. Die Aufgabe umfasse viel Abstimmungsarbeit, viele Sitzungen, das Entwickeln von Strategien und auch das Umsetzen der Projekte. Neben dem ASZ hebt Kirchengast die Etablierung der Leader-Region Vorderland-Walgau-Bludenz, das gemeinsame Webportal und die Flüchtlingskoordinationsstelle hervor.

Hohe Lebensqualität

Der Feldkircher schätzt Vorarlberg sehr. „Die Region, in der ich lebe, hat eine sehr hohe Lebensqualität“, man sei da wohl weltweit ganz vorne dabei. Das nehme man aber oft mit einem Selbstverständnis hin, das Kirchengast fast schon beschämend findet. Er plädiert dafür, dass man sich diese priviligierte Lage auch verdeutlicht. Das kulturelle Angebot sei für die Größe des Landes großartig. Nur einen Makel findet er: „Mehr Offenheit gegenüber anderen wäre oft nicht schlecht.“

Der Regio-Manager fühlt sich jedenfalls in Land und Arbeit pudelwohl. Neue Projekte, wie etwa eine gemeinsame Sozialplanung, stehen an. Das ist für Kirchengast auch wichtig. „Ich will gestalten, nicht nur Erreichtes verwalten“, betont er. Ideen für die Vorzeigeregion in Sachen Kooperation gibt es jedenfalls noch genügend. VN-GMS

Zur Person

Christoph Kirchengast
Der gebürtige Grazer leitet seit 2012 die Regio Vorderland-Feldkirch.

Geboren 20. März 1978

Ausbildung Studium Kultur- und Sozialanthropologie sowie Kommunikationswissenschaften in Graz

Familie Partnerin, zwei Kinder (13, 10)
Hobbys Bergwandern, Basketball, Kochen, Digitale Medien, Weltraum