Brennen für den Funken

Wetter / 28.02.2020 • 19:25 Uhr
Stefan Heim freut sich auf den Jubiläumsfunken am Funkensonntag. VN/Schweigkofler
Stefan Heim freut sich auf den Jubiläumsfunken am Funkensonntag. VN/Schweigkofler

Stefan Heim feiert mit der Funkenzunft Tosters Jubiläum.

Feldkirch 1980 organisierte ein Freundeskreis erstmals den Tostner Funken, damals im Bereich der Lorünser-Gründe, unweit des heutigen Firmenareals der Firma Bachmann. Der Anlass war ein trauriger: nachdem ein junger Tostner verstorben war, saßen Freunde zusammen. Die Idee für den Funken wurde geboren, aus den Sportfreunden Tosters heraus bildete sich die Funkenzunft. Etwa zehn Jahre später übersiedelte der Tostner Funker zum heutigen Funkenplatz am Montikel. Zu diesem Zeitpunkt stieß Stefan Heim zum Verein. Zwei Brüder seien schon dabei gewesen, er habe eigentlich jeden bereits gut gekannt, erinnert er sich. Heim übernahm damals die Aufgabe die Gastronomie am Funkenwochenende zu organisieren. 2011/12 stand die Funkenzunft ohne Obmann da, Heim übernahm. „Ich war leichtsinnig“, lacht er, er habe sich da „hineingeredet“.

Montafoner Bauweise

Seither steht er dem Verein, der 24 Mitglieder hat, vor. Eine „reine Männertruppe“ mit Mitgliedern von 18 bis 64 Jahren sei der Verein. Das sei fast die ideale Größe, „26 wären perfekt.“ Alle seien gut eingespielt, freut sich Heim. Neben der intensiven Woche vor dem Funken treffe man sich monatlich zu einem Hock, zudem gebe es Arbeitseinsätze, bei denen das Holz verarbeitet und hergerichtet wird. Am Wochenende vor dem Funken wird zudem eine Haussammlung durchgeführt.

Stolz ist Heim darauf, dass der Verein seit jeher einen sechseckigen Funken nach „Montafoner Bauweise“ errichtet. Der besteht fast ausschließlich aus unbehandeltem Bauholz, die Funkentanne spendet alljährlich die Agrargemeinschaft Tosters. Dazu kommen die Tostner Christbäume (der Verein organisiert alljährlich einen Christbaumweitwurf) und alte Holzkisten als Füllmaterial. Zwanzig Meter hoch wird der Tostner Funken. Eine klare Position hat Heim im Übrigen zum Thema Feuerwerk. „Es ist Tradition, dazu stehen wir“, kommt für den Obmann ein Verzicht nicht in Frage. Tradition ist auch, dass sich die Tostner um die Kinder im Ort kümmern. Die erhalten beim Funkenabbrennen eine Funkenwurst und eine kleine Fackel.

Ans vergangene Jahr erinnert sich Heim nicht gerne. Damals herrschte Sturmwarnung, die Tostner mussten das Funkenabbrennen verschieben.  1991, also einmal in vierzig Jahren, musste die Hexe auch beerdigt werden, erinnert sich Heim an das, was Funkenbauer nicht erleben möchten.

Vereinsgastronom

Nicht nur die Funkenzunft, auch sonst ist das Vereinsleben für den Tostner wichtig. Vor 15 Jahren stieß er zum Motocross-Club Montfort, der am Montikel alljährlich ein Motocross-Wochenende veranstaltet. Dort organisiert Heim die Gastronomie. Das macht er außerdem bei allen Heimspielen der VEU Feldkirch. Heim, der früher hobbymässig bei den Crazy Birds Feldkirch gespielt hat, stieß Ende der 90er Jahre erst als Betreuer zum Verein. Heute kümmert er sich, ebenfalls ehrenamtlich, um die Gastronomie  bei den Heimspielen der Feldkircher. „Ich opfere viel Freizeit für meine Vereine“,  weiß er. „Andere gehen auf eine Insel, ich auf den Montikel oder in die Eishalle.“

40 Jahre – 40 Funken

Dieses Wochenende gilt seine Aufmerksamkeit aber voll dem Funkensonntag. Heuer wird es unter dem Motto „40 Jahre, 40 Funken“ eine Überraschung für die Besucher geben, kündigt der Tostner an. Die will er natürlich nicht vorab verraten. Er hofft aber, dass sich möglichst viele Besucher am Funkensonntag ab 19 Uhr am wunderschön gelegenen Funkenplatz am Montikel selber ein Bild machen werden. VN-GMS

Zur Person

Stefan Heim
Der Lagerist ist seit 30 Jahren Mitglied der Funkenzunft und steht ihr seit neun Jahren vor. Außerdem engagiert er sich bei der VEU und dem Motocross-Event am Montikel.

Geboren 30. August 1964

Beruf Lagerist bei Hilcona

Familie zwei Kinder, bald zweifacher Opa

Hobbies Ehrenamt, Eishockey