Es geschah im Hallenbad

Das Theater bleibt für Heidi Salmhofer ein wesentlicher Ort.
Schaan, Hohenems Nein, geschwommen ist sie nicht, das im übertragenen Sinn so zu bezeichnende Kraulen gegen den Strom war damals, vor vielen Jahren, als Andreas Marent im Alten Hallenbad in Feldkirch das brisante Stück „Jagdzeit“ aufführte, nicht nur für Heidi Salmhofer ein motivierendes Erlebnis, das Projekt lieferte auch der Kulturszene in der Region Impulse. Marent hat sich beruflich schließlich anders orientiert, für Salmhofer, die auch journalistisch tätig ist und zwischenzeitlich einen gastronomischen Betrieb in Wien führte, ist die Bühne ein Faktor geblieben. Zurzeit nimmt sie wieder viel Raum im Leben der Mutter von „zwei grandiosen Töchtern“ ein: Die nun in Hohenems lebende Vorarlbergerin wirkt in der neuen Produktion des länderübergreifenden Ensembles Karussell mit, und zwar als Babette in „Biedermann und die Brandstifter“ des Schweizer Schriftstellers Max Frisch.
Das bekannte Drama über Bürger, die Bedrohliches nicht wahrhaben wollen, obwohl es greifbar ist, erfährt gegenwärtig besondere Relevanz. Babette Biedermann realisiere an sich, was passiert, aber solange ihr Mann nichts unternimmt, tut sie auch nichts, erklärt Heidi Salmhofer ihre Figur, mit der sie quasi eine Mitläuferin darzustellen habe.
Wichtige Einrichtung
Das von Reinhard Walser initiierte und geleitete, in Liechtenstein ansässige Theater Karussell stellt für die erfahrene Akteurin, die auch in einigen Filmproduktionen mitgewirkt hat, eine wichtige Einrichtung in der Region dar. Agieren hier doch ausgebildete Schauspieler und gute bzw. engagierte Amateure aus der Schweiz, Vorarlberg und Liechtenstein gemeinsam jeweils unter professioneller Leitung. Vor einigen Jahren wagte man sich unter Niko Büchel an Goethes „Faust I“ und bespielte mehrere Stockwerke eines Hauses in Mauren. Damals war Salmhofer zum ersten Mal in verschiedenen kleineren Rollen dabei. Später engagierte man für die Inszenierung von Harold Pinters „Party Time“ im Takino in Schaan den Vorarlberger Stephan Kasimir, der mittlerweile ein eigenes Theater leitet. Nun arbeitet Salmhofer wiederum mit einer namhaften Regisseurin, nämlich mit der Schweizerin Pia Hänggi.
Während sie früher oft als Naive eingesetzt wurde – wobei erwähnt werden darf, dass sie auch schon als Winnetou-Freundin Ribanna auf einer Karl-May-Bühne mitritt –, schätzt es die Schauspielerin nun besonders, wenn ihr etwas zugemutet wird, das sie sich selbst vielleicht gar nicht zutrauen würde. Fordernde Regisseurinnen und Regisseure sind jene, mit denen sie am liebsten arbeitet.
Mehrgleisig
Nach „Biedermann und die Brandstifter“ steht für Heidi Salmhofer bereits ein weiteres Projekt ins Haus. Es handelt sich um eine Liechtensteiner Produktion, die auf Tour geht. Für die Vorarlbergerin hat sich erfüllt, wonach ihr der Sinn stand. Sie ist froh, vor einiger Zeit bei der Produktion „Die Vögel“ in Schlins wieder Hanno Dreher begegnet zu sein, mit dem sie vor Jahren arbeitete. Mehrgleisig zu fahren, also journalistisch sowie als Moderatorin und schauspielerisch tätig zu sein, das soll sich für sie nun alles ausgehen. VN-cd
„Theater hat mich mein Leben lang begleitet, und das soll so bleiben.“
Zur Person
Heidi Salmhofer
Geboren 1975 in Wiener Neustadt, seit dem 9. Lebensjahr überwiegend
in Vorarlberg wohnhaft
Ausbildung u. a. Studium Theaterwissenschaft und Publizistik, Sprach- und Schauspielausbildung
Laufbahn Engagement an verschiedenen Bühnen, Tätigkeit als Moderatorin und TV-Redakteurin
Familie zwei Töchter
KArussell
Premiere von “Biedermann und die Brandstifter” am 12. April, 20 Uhr im Takino in Schaan. Zahlreiche Termine: www.karussell.li