Vermitteln statt kämpfen

Bea Madlener-Tonetti setzt sich für mehr Anerkennung der Kinderbetreuung ein.
schlins. (VN-mm) Kinder zaubern ihr noch immer ein Strahlen ins Gesicht und ein Funkeln in die Augen. Und sie sorgen dafür, dass Bea Madlener-Tonetti noch keine Gedanken ans Aufhören verschwendet. Seit 17 Jahren arbeitet sie nun schon in der Kinderbetreuung, seit 2012 ist sie Obfrau des Landesverbandes selbstorganisierter Kindergruppen und Elterninitiativen. Erst vor wenigen Tagen wurde die Schlinserin für eine weitere Funktionsperiode in diesem Amt bestätigt. Das große Anliegen von Madlener-Tonetti ist es, Vermittlerin zwischen den zuständigen Gremien und den Initiativen zu sein, um auf diese Weise die Wahlmöglichkeiten der Eltern zu verbessern. Denn da liegt ihren Erfahrungen zufolge noch einiges im Argen. Tagtäglich sei sie mit Eltern konfrontiert, die händeringend einen Betreuungsplatz für ihren Nachwuchs suchen. „Da können wir als Landesverband nicht mehr wegschauen“, sieht sich die Leiterin der „Spielkiste“ in Schlins auch sozialpolitisch gefordert.
Eigene Ansprüche
Es waren Frauen wie Bea Madlener-Tonetti, die der Kinderbetreuung in Vorarlberg mit Eigeninitiative auf die Sprünge geholfen haben. Als Pionierin auf diesem Gebiet gilt Christl Hagspiel, die Gründerin der „Kinderstube“ in Höchst. Ebenso wie Angelika Hagspiel vom Verein Tagesmütter und Manuela Lehner-Künz für die betrieblichen Betreuungseinrichtungen sitzt auch Christl Hagspiel im Vorstand des Landesverbandes. Komplettiert wird er von Marlies Pichler, Leiterin des Eltern-Kind-Zentrums in Dornbirn. „Es war uns wichtig, Vertreterinnen aus allen Bereichen der Kinderbetreuung dabeizuhaben“, erklärt die Obfrau. Denn jede Form der Kinderbetreuung hat ihre eigenen Ansprüche. Sie durchzusetzen ist laut Madlener-Tonetti aber nach wie vor schwierig. So konnte, was die Finanzierung von mehr Vorbereitungsstunden anging, erst durch den Schritt an die Öffentlichkeit eine Lösung erreicht werden. Aber: „Wir möchten nicht mehr um alles kämpfen müssen.“ Dabei gehe zu viel Energie verloren. Energie, die die dreifache Mutter und vierfache Oma in der Kinderbetreuung besser eingesetzt sieht.
Erstaunen über Spielgruppe
Bea Madlener-Tonetti ist ausgebildete Sozialpädagogin. Acht Jahre lebte sie in Oberösterreich. Dann kehrte die Familie nach Vorarlberg zurück und ließ sich in Schlins nieder. Was die Heimkehrerin erstaunte: Die 2000-SeelenGemeinde verfügte über eine Spielgruppe. Die „Spielkiste“ war damals die sechste Kinderbetreuungseinrichtung, die engagierte Eltern gegründet hatten. Madlener-Tonetti kam sie gelegen, brauchte sie doch einen Betreuungsplatz für ihren zweijährigen Sohn. Was ihr ebenfalls noch auffiel: „Die öffentliche Anerkennung hielt sich in Grenzen.“ Deshalb wollte sie beim Aufbau der Einrichtung mithelfen. „Zum Glück stand die Gemeinde hinter uns“, erinnert sie sich. Mit der neuen Gemeindechefin Gabriele Mähr konnte Bea Madlener-Tonetti sogar eine Erhöhung der Personalzuschüsse aushandeln. Heute werden in der „Spielkiste“ 60 Kinder von
13 Mitarbeiterinnen betreut.
Was sich die Obfrau des 1995 gegründeten Landesverbandes besonders wünschen würde, wären mehr gemeindeübergreifende Lösungen im Kinderbetreuungsbereich. Dafür und für andere Notwendigkeiten möchte sie noch lange mit Gleichgesinnten auf dem Weg sein.
Wir brauchen mehr gemeindeübergreifende Lösungen.
Bea Madlener-Tonetti
Zur Person
Bea Madlener-Tonetti
Geboren: 6. April 1959 in Feldkirch
Wohnort: Schlins
Familienstand: verheiratet, 3 Kinder, 4 Enkelkinder
Beruf: Sozialpädagogin
Hobbys: Theater, Museen, Städtereisen, Lesen