Die Liebe zu den Worten

Deborah Macauley begeistert als junge Schauspielerin und Schriftstellerin.
Bludenz. (VN-yw) Mit Worten Menschen zu Tränen rühren oder ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Für Deborah Macauley gibt es nichts Schöneres. Die Texte der 19-Jährigen handeln von ihren Gefühlen und Gedanken: „Schreiben ist für mich wie eine Therapie. Wenn ich über etwas nicht sprechen kann, schreibe ich darüber.“
Die Bludenzerin mit afrikanischen Wurzeln besucht derzeit die HLW Rankweil. In ihrer Freizeit engagiert sie sich intensiv in der künstlerischen Szene in Vorarlberg.
Von Afrika nach Vorarlberg
Deborah Macauley wurde 1997 im afrikanischen Gambia geboren und wuchs dort auf, besitzt allerdings die sierra-leonische Staatsbürgerschaft. Ihre Mutter ist Sierra Leonerin – sie flüchtete aufgrund des Krieges nach Gambia. Sie kam 2006 mit der damals neunjährigen Deborah der Liebe wegen nach Vorarlberg.
Die ersten drei Jahre Volksschule besuchte Deborah in Gambia, die vierte Klasse und die Hauptschule in Vorarlberg. Die HLW schließt sie heuer ab, dann möchte sie für ein Jahr nach Sierra Leone reisen, „um dort Verwandte kennenzulernen. Danach möchte ich Schauspiel und Afrikanistik studieren.“
Die Kunst der Sprache
Deborahs Muttersprache ist Krio, eine auf Englisch basierende Sprache im Westen Afrikas. Deutsch zu lernen bereitete ihr jedoch keine Probleme, da ihr Stiefvater bereits früh begonnen hatte, ihr die Sprache beizubringen. Inzwischen spricht und schreibt sie fließend Deutsch und hat auch den Bludenzer Dialekt angenommen.
Der Umgang mit Sprache ist Deborah sehr wichtig: „Mit Worten kann ich mich einfach am besten ausdrücken.“ Die Bludenzerin schreibt hauptsächlich für sich selbst, lässt aber durch Poetry Slams oder Vorlesungen andere an ihrer Leidenschaft teilhaben.
Den sogenannten Poetry Slam – ein Dichterwettstreit – lernte sie 2014 bei einem Mediencamp Workshop in Dornbirn kennen. „Anfangs habe ich mich nicht getraut, meine eigenen Texte vorzutragen. Dann habe ich es aber doch ausprobiert“, erzählt sie. Mittlerweile stand die junge Frau schon oft auf der Slam-Bühne.
Ihre Liebe zum Schauspiel entdeckte sie mit 15. Sie und ihre Mutter wurden 2012 eingeladen, bei einem Theater-Projekt namens „Mama Afrika“ in Liechtenstein mitzumachen. Deborah spielte dabei ein beschnittenes Mädchen. Diese Rolle hat sie berührt, denn in ihrer Heimat werden Mädchen täglich Opfer von weiblicher Genitalverstümmelung.
Künstlertreffen
Das Thema Jugend und Kultur liegt Deborah sehr am Herzen: „Ich habe mir in den Kopf gesetzt, kreative Jugendliche dazu zu bringen, mehr miteinander zu kommunizieren“, sagt sie. Mithilfe sozialer Netzwerke möchte sie erreichen, dass Jung-Künstler aus Vorarlberg sich besser kennenlernen und sich austauschen.
Mit Worten kann ich mich einfach am besten ausdrücken.
Deborah Macauley
Zur Person
Deborah Macauley
Laienschauspielerin und Schriftstellerin
Geboren: 11. April 1997 in Gambia
Wohnort: Bludenz
Ausbildung: Sporhauptschule Nenzing, HLW Rankweil