Von den Bienen lernen

Wetter / 26.03.2015 • 19:07 Uhr
 Elisabeth Vögel sieht nach einem der 24 Bienenvölker, die sie in ihrem Garten hält.  Foto: pes  
 Elisabeth Vögel sieht nach einem der 24 Bienenvölker, die sie in ihrem Garten hält. Foto: pes  

Elisabeth Vögel aus Hard betreibt, lehrt, vertritt und bewirbt
die Imkerei.

Hard. (VN-pes) In Bodensee-Gemeinden wie Hard, Fußach oder Gaißau kennt fast jedes Volksschulkind Elisabeth Vögel. Eine Nische ihres Gartens hat die Imkerin zu einer richtigen Bienen-Schau-Ecke mit Infotafeln und Bienenkasten ausgebaut. Denn während des Schuljahres sind fast jeden zweiten Tag Schulklassen bei ihr zu Gast, um etwas über Bienen zu lernen. Auf der anderen Seite des Hauses hat die Obfrau des Bienenzüchtervereins am Bodensee ihre Bienenstöcke stehen. „Bis zehn Stöcke, sagt man, ist es ein Hobby“, sagt sie. Elisabeth Vögel hat 24.

Ein Volk, also ein Bienenstock, umfasst im Mai bis zu 60.000 Bienen. In manchen besonders guten Jahren kann ein Volk fünf bis zehn Kilo Honig und bis zu 20 Kilo Waldhonig produzieren.

Entspannen und entdecken

Das Imkern ist für die 59-jährige Krankenschwester Faszination und Leidenschaft, aber auch Ruhe und eine Tätigkeit zum Abschalten, wie zum Entdecken. „Man kann von den Bienen so viel lernen“, sagt sie. Deshalb ist ihr auch die pädagogische Arbeit wichtig, denn Bienen sind auch Teil des Ökosystems, von denen viel abhängt. „Ohne Bienen gäbe es zum Beispiel keine Gurken oder Tomaten“, lernen die Volksschüler bei ihr. Das Höchste für die Kinder ist, einmal eine Drohne – eine männliche Biene – auf der Hand zu haben. „Die haben nämlich keinen Stachel und kitzeln auf der Hand.“

Seit neun Jahren Obfrau

Zur Bienenzucht kam sie erst spät. Ihr Vater hielt sich Bienenvölker und nach seinem Tod übernahm Elisabeth Vögel die Tiere. Das war 2002, ein Jahr später trat sie dem Verein bei, dessen Obfrau sie 2006 wurde. In dieser Funktion macht sie Öffentlichkeitsarbeit, hält Vorträge und wirbt auch Neu-Imker.

Einen Namen hat sich die Harderin am Bodensee gemacht, indem sie gegen den übertriebenen Einsatz von Pestiziden eintrat, der als eine der Hauptgefahren für Bienenvölker gilt. „Es ist niemals reine Privatsache, wie gut die Bienen betreut werden“, erklärt die Imkerin.

„Jedes Volk ist anders“

Ihr Wissen gibt sie aber auch an Neu-Imker weiter, denen sie als Patin in ihrem ersten Jahr zu Seite steht. Wer auch Bienen züchten möchte, der wird auf die Schule nach Hohenems geschickt, um einen Grundkurs zu absolvieren. Danach helfen die Paten. Ein Job, der an einem hängen bleibt, denn auch nach Jahren fragen ihre früheren Schützlinge sie noch um Rat. Denn Imkern ist kompliziert, „jedes Volk ist anders“, weiß Vögel zu berichten.

Es ist niemals reine Privatsache, wie gut die Bienen betreut werden.

Elisabeth Vögel

Zur Person

Elisabeth Vögel

Obfrau des Bienenzüchtervereins am Bodensee

Wohnort: Hard

Ausbildung: Dipl.-Krankenschwester

Hobbys: Bienen, Natur, Tiere, Garten

Familie: verheiratet, zwei Töchter, eine Enkelin