Eistanzen als Passion

Als Gründungsmitglied des Feldkircher Eislaufvereins steht Mina Mayer noch heute auf dem Eis.
Rankweil. (VN) Die 1926 in Rankweil geborene Mina Mayer hat mit 18 Jahren auf dem Brisera Eisplatz in Rankweil mit dem Eislaufen begonnen. Der Eisplatz auf der Brisera im Ortszentrum wurde in den Anfangszeiten auf einer Wiese zwischen vier Bäumen angelegt und mit einem Gartenschlauch bespritzt. Nach dem Erlernen der ersten Eiskunstlaufschritte durch den aus Feldkirch stammenden Ostmarkmeister Gernot Zingerle hat sie kurz danach mit den Wiener Rundtänzen das Eistanzen kennen und lieben gelernt. Eislauf-technisch war der Brisera-Eislaufplatz bald zu wenig, weshalb Mayer auf den damaligen Feldkircher Leonhardsplatz umgezogen ist.
Nach einigen Jahren Training in der Montfortstadt war Mina Mayer eines der Gründungsmitglieder des Feldkircher Eislaufvereins. Denn es war nach den Olympischen Winterspielen in Innsbruck 1964, als am Breiten Wasen die erste Kunsteisbahn (jetzige Vorarlberghalle) in Vorarlberg errichtet wurde. Diese diente dem neu gegründeten Feldkircher Eislaufverein als neue Trainingsstätte.
Gelernt in Davos
Nachdem speziell fürs Eistanzen in Feldkirch kein geeigneter Trainer mehr zur Verfügung stand, machte Mina Mayer mit ihrem Gatten und Tochter Evelyn Anfang der 70er-Jahre in Davos bei Trainer Iglowstein die ersten Lektionen und Kurse, um auch bei internationalen Wettkämpfen teilnehmen zu können.
Ihre Tochter Evelyn war danach in den Jahren 1973 bis 1980 mehrmalige Landesmeisterin im Eistanzen. Sehr stolz ist Mina Mayer, dass sie zusammen mit Dr. Alfred Chmel, welcher Jahrzehnte ehrenamtlich die Eistanzgruppe Feldkirch führte, die größte Eistanzgruppe Österreichs aufgebaut hat.
Bis zur vergangenen Saison stand Mina Mayer wöchentlich zweimal auf dem Eis mit ihrem Trainer Jan Pincsek. Zwei Mal in der Woche schaut Mayer auch noch bei den Eistänzern vom Feldkircher Eislaufverein vorbei und lässt kein Training aus. Ihr Lieblingstanz ist und bleibt die Rumba, welche sie besonders gerne mit ihrem heutigen Eistanztrainer Christoph Baumann fährt.
Bei jeder Veranstaltung des Feldkircher Eislaufvereines FEV ist die rüstige Pensionistin gerne dabei. Mit ihren 89 Jahren verfügt sie über einen reichen Schatz an Erfahrung, den sie gerne an die Jugendlichen weitergibt – auch wenn sie meint: „Es wäre schön, wenn sich mehr junge Menschen für diesen schönen Sport begeistern könnten.“
50 Jahre FEV
Gerade im Jubiläumsjahr – 50 Jahre FEV – möchte der Verein, der seit den 90er-Jahren mit dem erfolgreichen Ex-DDR-Läufer Uwe Kagelmann und der Ukrainerin Elena Romanova u. a. auch zwei internationale Spitzentrainer beschäftigt, nicht nur zurück- sondern vor allem vorwärtsschauen. So sind es heute die jungen Läuferinnen Amina Gohm und Joelle Nasheim, die in die Fußstapfen des ältesten Vereinsmitgliedes treten wollen. Mayer aber lässt es sich nicht nehmen, der Jugend genau auf die Schlittschuhe zu schauen. Liegt ihr doch nicht nur der Breiten- sondern auch der Spitzensport am Herzen. Und selbst schnürt sie noch heute Woche für Woche ihre Schlittschuhe. Denn: Alte Liebe rostet nie.
Die Arbeit mit der Eistanzgruppe hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Mina Mayer
Zur Person
Mina Mayer
Geboren: 7. April 1926 in Rankweil
Wohnort: Rankweil
Familienstand: verwitwet, 2 Kinder
Beruf: Pensionisten, langjährige Buchhalterin
Hobbys: Eistanz und Gartenarbeit