Spieler dringend gesucht

Fabian Burtscher will den Sport „Ice Sledge Hockey“ nach Vorarlberg holen.
Götzis. (VN-ger) Fabian Burtscher ist keiner, der mit seinem Schicksal hadert. Das war auch im April 2011 so, als ihm infolge eines Behandlungsfehlers nach einem Unfall auf dem Alpine Coaster am Golm der linke Unterschenkel amputiert werden musste. „Im ersten Moment war es ein Schreck. Ich habe nicht gewusst, wie es weitergeht und habe niemanden gekannt, der beinamputiert war“, erinnert sich der 19-jährige Ludescher.
Doch Fabian Burtscher hat seinen Blick stets nach vorne gerichtet und das Beste daraus gemacht: „Danach bin ich gut damit klargekommen. Ich habe es als neue Chance, als neuen Lebensabschnitt gesehen“, erzählt er. Eine wichtige Stütze in der schwierigen Zeit waren ihm Familie und Freunde. Aber auch von außerhalb war die Hilfsbereitschaft groß. „Mein Prothesenbauer Stefan Meyer und sein Team haben schon viele Stunden in mich investiert“, ist der 19-Jährige dankbar. Besonderes Glück brachte ihm ein Golf-Charity-Event, das Stunde des Herzens und der Kiwanis-Club zur Finanzierung seiner Sportprothese im Juli 2012 für ihn organisiert hatten. „Da habe ich meine Freundin Rahel kennengelernt, die Tochter von Obmann Joe Fritsche“, verrät Fabian freudestrahlend.
Eigener Verein
Sein Handicap habe ihm neue Türen aufgemacht und neue Kontakte ermöglicht, sagt der junge Ludescher. So ist er nach der Reha unter anderem beim Sitzball durchgestartet. Vor Kurzem hat er dann „Ice Sledge Hockey“ (ISH, übersetzt: Schlitten-Eishockey) für sich entdeckt. Bislang gibt es in Österreich nur zwei Vereine – die Vienna Warriors in Wien und die Carinthian Steelers in Kärnten. Fabian Burtscher will jedoch mehr. Gemeinsam mit Alexander Taucher, mit dessen siebenjährigem Sohn Maximilian er derzeit übers Eis flitzt, hat er sich zum Ziel gesetzt, diese Sportart nach Vorarlberg zu holen und ein eigenes Team zu gründen.
Gleiche Voraussetzungen
Beim ISH sitzen die Spieler auf einem Schlitten, der an der Unterseite mit Kufen versehen ist. Zur Fortbewegung und zum Spiel dienen zwei kurze Schläger, deren Griffenden mit Spikes besetzt sind. Statt 20 Minuten werden 15 Minuten je Drittel gespielt, ansonsten ist das Regelwerk gleich wie beim klassischen Eishockey. „Das Handicap fällt dabei nicht mehr auf. Jeder sitzt im Schlitten und hat die gleichen Voraussetzungen“, zählt der IT-Experte einige Vorteile des Sports auf.
Nationalteam
Der Manager des österreichischen Ice-Sledge-Hockey-Nationalteams, Peter Fasching, hat dem 19-Jährigen und seinem Trainigskollegen Maxi, der an einem offenen Rücken leidet, bereits zwei Schlitten nach Vorarlberg geschickt. Vor zwei Wochen durfte der HTL-Absolvent außerdem mit dem Nationalteam in Wien mittrainieren. Geleitet wurde die Vorbereitung für die B-WM in Schweden von Trainer Zdeněk Vanek, dem Vater von NHL-Profi Thomas Vanek. „Es war cool – die Leute und alles drum und dran. Und sehr lehrreich“, schwärmt Fabian Burtscher. „Jetzt wäre es toll, wenn wir auch bei uns einen Verein aufbauen könnten.“ Die Schlitten stellt der Österreichische Eishockeyverband. Was noch fehlt, sind Interessierte. „Zehn Leute wären ideal, damit wir zwei Teams bilden können“, konkretisiert der begeisterte Sportler, den Blick bereits in Richtung Nationalteam gerichtet.
Ich habe es als neue Chance, als neuen Lebensabschnitt gesehen.
Fabian Burtscher
Zur Person
Fabian Burtscher
Wohnort: Ludesch
Geboren: 8. August 1995
Familie: zwei Schwestern, Freundin Rahel
Ausbildung: HTL Dornbirn – Fachbereich Informatik
Beruf: seit August 2014 in der IT-Abteilung bei Loacker Recycling in Götzis
Hobbys: Sitzball, Modellbau, Ice Sledge Hockey
Interessierte melden sich bei Fabian Burtscher unter:
sledgehockey-vorarlberg@aon.at