Rennen mit Nervenkitzel

Wetter / 12.02.2015 • 18:37 Uhr
David Dorner neben einem seiner selbst gebauten Schlitten, auch Horner genannt.
David Dorner neben einem seiner selbst gebauten Schlitten, auch Horner genannt.

Seit 2009 fungiert David Dorner als einer der Organisatoren des Hornerrennens.

sibratsgfäll. (VN-luw) „Mit solch einem selbstgebauten Schlitten die Piste runterzufahren, ist ein Nervenkitzel“, sagt der 38-jährige Bregenzerwälder David Dorner. Seine Leidenschaft sind die Hornerrennen.

Alpiner Rennsport

Ursprünglich wurden diese Holzschlitten von den Bregenzerwälder Landwirten zum Heutransport verwendet. Mittlerweile hat sich mit den Schlitten ein alpiner Rennsport entwickelt. Teilnehmer aus dem gesamten Bregenzerwald und dem angrenzenden Allgäu strömen nach Sibratsgfäll, wo jedes Jahr das Hornerrennen stattfindet. Für das sogenannte „Hornern“ gibt es einen eigenen Verband, ein spezielles Regelwerk und damit verbundene Vorschriften.

Ein ehemaliger Arbeitskollege konnte Dorner für das „Hornern“ begeistern. „Er war sehr erfolgreich und gewann viele Rennen“, sagt Dorner, „dies weckte mein Interesse und das vieler Freunde.“ Es entstanden zehn fixe Rennteams. „Wir spornten einander an. So wurden es 13 Jahre, in denen ich aktiv gefahren bin und auch einige Siege erringen konnte“, fügt Dorner hinzu. Seine aktive Karriere hat er im Jahr 2009 beendet. Seitdem fungiert er als Obmann für den HC-Sibratsgfäll.

Beim „Hornern“ gibt es den Vordermann, Pilot genannt, der für die Lenkung und Bremsung des Schlittens zuständig ist. Die Aufgabe des Hintermanns liegt in der Gewichtsverlagerung in den Kurven. „Ich war immer Pilot“, erzählt Dorner, „für mich war es ein besseres Gefühl, Verantwortung zu übernehmen und den schweren Horner selber zu lenken.“ Außerdem benötige es viel Mut und Vertrauen, als Hintermann mitzufahren und in den Kurven mitzugehen. Vor allem, wenn der Lauf nicht gelingt und ein Schlitten auf der eisigen Piste stürzt. „Ich bin stolz darauf, dass ich während meiner aktiven Zeit immer gemeinsam mit dem gleichen Partner, dem Willi, gefahren bin.“

Dorner hat jeden seiner Schlitten persönlich hergestellt. „Ursprünglich wurden sie von Wagnern, auch Stellmacher genannt, angefertigt“, erklärt er. „Das ist ein Handwerk, das heute nur noch sehr schwer zu finden ist.“ Einst zählten die Wagner zu einer Berufsgruppe, die Schlitten oder Wagen, daher der Name, herstellten. Im Laufe der Zeit wurden die Hornerschlitten immer besser den schwierigen Gegebenheiten des Rennsports angepasst.

Obmann des HC Sibratsgfäll

Auch nach dem Ende seiner Karriere als Rennsportler ist Dorner beim „Hornern“ geblieben. Als Obmann des HC Sibratsgfäll gehört die jährliche Organisation des Hornerrennens zu seinem Aufgabenfeld. 

Mit 80 Schlitten ist dieses Rennen mittlerweile zu einem Großevent in der kleinen Bregenzerwälder Gemeinde geworden. Das heute stattfindende Hornerrennen ist abhängig von der aktuellen Schneelage. Die Vorbereitungen für das Ereignis haben bereits im November vergangenen Jahres begonnen.

Nebenberuflich Landwirt

David Dorner ist ausgebildeter Bäcker. Seit mehreren Jahren ist er als Bauarbeiter tätig. Neben seiner Arbeit und dem „Hornern“ betreibt er gemeinsam mit seiner Partnerin eine kleine Landwirtschaft in Sibratsgfäll. In seiner Freizeit ist Dorner begeisterter Bergsteiger.

Es verleiht dem Fahrer einen regelrechten Adrenalinkick.

David Dorner

Zur Person

David Dorner

Geboren: 1.6.1976

Wohnort: Sibratsgfäll

Ausbildung: gelernter Bäcker, seit mehreren Jahren als Bauarbeiter tätig

Familie: Partnerschaft, ein gemeinsames Kind