Suche nach perfekter Linie

Geländeskifahrer Simon Wohlgenannt versteht es, seinen Sport zu „leben“.
schruns. (VN-akp) „Alaska war immer schon ein Reiseziel“, schwärmt Skiführer und -guide Simon Wohlgenannt. Während hierzulande die meisten schon genug von der weißen Pracht haben, genießt der 28-jährige Geländeskifahrer den Winter nach wie vor in vollen Zügen. Nach dem gerade erfolgten Abschluss seines Lehramtstudiums für Sport und Biologie zieht der gebürtige Dornbirner mit Wohnsitz in Schruns seine Spuren in die unberührten Tiefschneehänge am Thomson-Pass, etwa fünf Fahrstunden von Anchorage entfernt. Die Zeit ist reif für das lang erträumte Abenteuer. „Dort ist es weiß, so weit das Auge reicht, es gibt keine Bäume als Orientierungspunkte. Mittels GPS finden wir die Route am Gletscher. Ich freue mich auf die Auszeit und die Ruhe“, meint der zukünftige Lehrer mit dem Traum einer eigenen Freeride-Klasse in einer Sportschule.
Neue Herausforderung
Wohlgenannt fuhr schon als Kind Skirennen und war im Schülerkader, bewegte sich mit seinen Freunden aber auch gern abseits der Piste. „Wir sahen die ersten amerikanischen Filme über das Freeriden. Das fanden wir cool. Wir dachten, das können wir doch auch“, beschreibt der Absolvent des Sportgymnasiums Dornbirn. Der Umstieg vom Ski alpin zum Geländefahrer brachte neue Herausforderungen. Die Innsbrucker Nordkette war für den damaligen Studenten eine der besten Spielwiesen. Während seines Studiums arbeitete er im Sommer als Mountainbike-Guide im Montafon, im Winter als Skiführer. Die letzten zwei Saisonen verbrachte der Naturliebhaber im Alpincenter in Stuben am Arlberg.
Spaß im Vordergrund
2006 absolvierte Wohlgenannt seinen ersten Wettkampf im Geländeskifahren. Die Freeride World Tour machte Station am Jochjoch im Montafon. „Ich hatte mich gleich für den Hauptbewerb qualifiziert und Weltranglistenpunkte erobert, was eine kleine Sensation war. Damals stand der Spaß im Vordergrund, heute ist das Freeriden ein Leistungssport geworden“, beschreibt Wohlgenannt die Entwicklung. Heuer ließ er mit dem zweiten Rang beim Open-Faces- Bewerb in Stubai aufhorchen. Die Abfahrten sehen waghalsig aus, aber die Athleten gehen durch einen jahrelangen Lernprozess. „Man muss seine Grenzen kennen. Das Gelände, der Schnee und die Natur bieten immer Überraschungen. Wichtig sind Selbstkenntnis und Erfahrung.“ Letztere sammelt er aktuell in den Weiten Alaskas.
Beim Freeriden muss man seine eigenen Grenzen kennen.
Simon Wohlgenannt
Zur Person
Simon Wohlgenannt
Der Geländeskifahrer strebt danach, Sport und Beruf zu verbinden.
Geboren: 30. Oktober 1984
Wohnort: Schruns
Ausbildung: Lehramtsstudium
Sportliche Erfolge: 2. Open Faces Stubai, 4. Freeride Contest 4-Sterne Nendaz 2012, 3. Rang Freeride Festival Montafon 2011