Die Feuer im Mittelmeer-Raum lodern weiter

Welt / 25.07.2023 • 17:05 Uhr
Starke Winde erschweren den Kampf gegen die Waldbrände auf der griechischen Ferieninsel Rhodos. <span class="copyright">afp</span>
Starke Winde erschweren den Kampf gegen die Waldbrände auf der griechischen Ferieninsel Rhodos. afp

Keine Entwarnung auf Rhodos. Brände wüten auch in Italien, Algerien und der Türkei.

Athen, Rom Hitze und Feuerwehren im Dauereinsatz: Die Lage im Mittelmeer-Raum bleibt angespannt. Besonders betroffen von den Waldbränden ist die bei Urlaubern beliebte griechische Ferieninsel Rhodos. Starke Winde erschwerten am Dienstag die Löscharbeiten. Im nordafrikanischen Algerien stieg indes die Zahl der Todesopfer durch Brände auf 34. Rund 1.500 Menschen wurden in Dörfern in Sicherheit gebracht. Für Griechenland sagten Meteorologen noch höhere Temperaturen voraus.

Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig. <span class="copyright">APA/AFP/ANGELOS TZORTZINIS</span>
Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig. APA/AFP/ANGELOS TZORTZINIS

Auf Rhodos hoben Dienstag früh wieder Löschflugzeuge und -helikopter ab, um die seit Tagen wütenden Flammen einzudämmen. “Die Löscharbeiten gestalten sich (auf Rhodos) wegen der drehenden Winde sehr schwierig”, sagte ein Sprecher der Feuerwehr im staatlichen Rundfunk. Sechs Dörfer nördlich und westlich der antiken Stätte von Lindos waren bedroht. Ersten Schätzungen von Experten zufolge wurden etwa 150 Quadratkilometer Wald und Landwirtschaftsfläche zerstört. Auch auf der Insel Euböa im Nordosten Athens toben rund um die Hafenstadt Karystos Brände, die Dörfer bedrohen.

Auch auf der Insel Euböa im Nordosten Athens toben rund um die Hafenstadt Karystos Brände, die Dörfer bedrohen.  <span class="copyright">APA/AFP/SPYROS BAKALIS</span>
Auch auf der Insel Euböa im Nordosten Athens toben rund um die Hafenstadt Karystos Brände, die Dörfer bedrohen. APA/AFP/SPYROS BAKALIS

100 österreichische Urlauber auf der griechischen Insel Rhodos wurden mithilfe des Außenministeriums aus dem Brandgebiet evakuiert, derzeit befindet sich keine Österreicherin bzw. kein Österreicher mehr in den betroffenen Bereichen der Insel. Ein eigens in Wien eingerichteter Krisenstab unter der Leitung des Generalsekretärs im Außenministerium, Peter Launsky-Tieffenthal, ist in ständigem Kontakt mit den österreichischen Touristen sowie den Reiseveranstaltern und Fluglinien. Das Team in der österreichischen Botschaft in Athen und auf Rhodos wurde verstärkt.

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“Wir verstehen die Sorge der Menschen in den betroffenen Gebieten, aber auch jenen, die überlegen, ob sie fliegen sollen”, sagte Launsky-Tieffenthal im APA-Gespräch. Seit dem Wochenende gab es 250 Anrufe unter der Notfallnummer im Ministerium. Manche Gebiete mussten aufgrund erneutem Aufflammen der Brände abermals evakuiert werden.

Mit den Auswirkungen von Hitze und Trockenheit haben auch die Menschen auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien zu kämpfen. Dort brachen in der Nacht zum Dienstag größere Wald- und Flächenbrände aus. Betroffen sind insbesondere der Norden und dort Palermo und Umgebung. Ein großes Feuer auf den Hügeln rund um die Hauptstadt der Insel hat das Gelände des dortigen Flughafens erreicht, der deswegen vorübergehend gesperrt war.

Sizilien: Ein großes Feuer auf den Hügeln rund um die Hauptstadt der Insel hat das Gelände des dortigen Flughafens erreicht, der deswegen vorübergehend gesperrt war. <span class="copyright">ap</span>
Sizilien: Ein großes Feuer auf den Hügeln rund um die Hauptstadt der Insel hat das Gelände des dortigen Flughafens erreicht, der deswegen vorübergehend gesperrt war. ap

Tödliche Auswirkungen hatten die Brände in Algerien, wo dem Innenministerium zufolge 8.000 Kräfte im Einsatz sind, um das Feuer zu löschen. Die Brände wüteten am Montag unter anderem in der algerischen Region Beni Ksila östlich der Hauptstadt Algier. Die Flammen breiteten sich angesichts starker Winde schnell auch auf andere Regionen des Landes aus. 24 Zivilisten und zehn Mitarbeiter des Militärs kamen ums Leben.

Das benachbarte Tunesien kämpfte ebenfalls mit Bränden und einer Hitzewelle, die weite Teile des Landes erfasste. In der Hauptstadt Tunis herrschten 48 Grad Celsius. In Wäldern nahe der algerischen Grenze gingen Feuerwehrleute gegen Brände vor, die dort seit mehreren Tagen wüteten. Rund 2.500 Menschen wurden Medienberichten zufolge in Sicherheit gebracht. Mehrere Menschen erlitten einen Hitzeschlag.

Gebrannt hat es auch in der Türkei. In der Urlaubsregion Antalya brach ein Waldbrand aus. Aus Sicherheitsgründen seien zehn Häuser im Bezirk Kemer evakuiert worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi. Touristen seien zunächst nicht betroffen gewesen.

Schwere Unwetter im Norden Italiens. <span class="copyright">APA/AFP/PIERO CRUCIATTI</span>
Schwere Unwetter im Norden Italiens. APA/AFP/PIERO CRUCIATTI

Im Norden Italiens gingen unterdessen schwere Unwetter nieder. Die Metropole Mailand sowie große Teile der Lombardei waren in der Nacht auf Dienstag betroffen. Es kam zu starken Sturmböen, schweren Hagelschauern und Regenfällen. Eine 16-Jährige starb, nachdem sie in einem Pfadfinderlager in der Provinz Brescia von einem umfallenden Baum getroffen wurde, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Es kam zu starken Sturmböen, schweren Hagelschauern und Regenfällen. <span class="copyright">ap</span>
Es kam zu starken Sturmböen, schweren Hagelschauern und Regenfällen. ap

In Mailand geriet ein Passagierflugzeug der US-Gesellschaft Delta Air Lines kurz nach seinem Start in ein Unwetter und musste seinen Flug abbrechen. Flug DL185 mit Ziel New York wurde nach Rom umgeleitet, wo die Maschine am Montagnachmittag sicher landete, wie Ansa berichtete. Die Passagiere seien “normal” ausgestiegen. Das Flugzeug habe einige Schäden davongetragen. Details wurden zunächst nicht genannt.

Laut Wetteramt werden am Dienstag und vor allem am Mittwoch in weiten Teilen Griechenlands Temperaturen von deutlich über 40 Grad herrschen. <span class="copyright">APA/AFP/ARMEND NIMANI</span>
Laut Wetteramt werden am Dienstag und vor allem am Mittwoch in weiten Teilen Griechenlands Temperaturen von deutlich über 40 Grad herrschen. APA/AFP/ARMEND NIMANI

Am Mittelmeer müssen sich Einheimische und Urlauber noch einmal auf extreme Hitze einstellen, bevor es dann etwas abkühlt. Laut Wetteramt werden am Dienstag und vor allem am Mittwoch in weiten Teilen Griechenlands Temperaturen von deutlich über 40 Grad herrschen. Im Westen des Landes soll es laut den Meteorologen am Mittwoch sogar mehr als 46 Grad heiß werden. Am Donnerstag wird dann eine Abkühlung auf etwa 35 Grad erwartet.