Sorge um Papst Benedikt XVI.

Welt / 28.12.2022 • 22:41 Uhr
Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus auf einem Archivbild aus dem Jahre 2020. Franziskus bat, für den Papa Emeritus zu beten. AFP/VATICAN MEDIA
Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus auf einem Archivbild aus dem Jahre 2020. Franziskus bat, für den Papa Emeritus zu beten. AFP/VATICAN MEDIA

Franziskus hat Gläubige zu Gebeten für seinen Vorgänger aufgerufen, der “sehr krank” sei.

Rom Drei kleine Wörter aus dem Mund von Papst Franziskus haben bei Katholiken Sorgen um Benedikt XVI. geweckt. “È molto ammalato” – er sei “sehr krank”, sagte Franziskus am Mittwoch über seinen Vorgänger, den emeritierten Papst. Er rief alle Gläubigen zu einem “besonderen Gebet” für Benedikt auf. “Denkt an ihn, er ist sehr krank. Und bittet den Herrn, ihn zu trösten und zu unterstützen in diesem Zeugnis der Liebe zur Kirche – bis zum Ende”, sagte Franziskus bei der Generalaudienz im Vatikan.

Danach besuchte der Argentinier den früheren Pontifex im Kloster Mater Ecclesiae in den Vatikanischen Gärten, wo Benedikt seit seinem Rücktritt im Jahr 2013 relativ abgeschieden lebt. Das teilte Matteo Bruni, der Sprecher des Heiligen Stuhls, anschließend mit. Benedikts Gesundheitszustand habe sich in den vergangenen Stunden verschlechtert, hieß es in der Mitteilung weiter. Doch sei die Situation “für den Moment unter Kontrolle”. Der emeritierte Papst aus Deutschland werde permanent von Ärzten überwacht, sagte Bruni.

Experten und Vertraute rätselten daraufhin, wie schlimm es um die Gesundheit des 95-Jährigen wirklich steht. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa meldete unter Berufung auf informierte Kreise, dass es Benedikt seit ein paar Tagen schlechter gehe und dass schon vor Weihnachten bei ihm Atemprobleme eingesetzt hätten.

Der am 16. April 1927 im bayerischen Marktl am Inn geborene Joseph Ratzinger war 2005 zum Papst und Nachfolger von Johannes Paul II. gewählt worden. 2013 folgte dann der spektakuläre Rücktritt – Benedikt war der erste, der nach mehr als 700 Jahren sein Pontifikat wieder aufgab. Er war bis ins hohe Alter mit Missbrauchsskandalen konfrontiert. Öffentliche Auftritte gab es von Benedikt zuletzt nicht mehr.