Schweres Unwetter kostete zwei kleine Mädchen das Leben

Welt / 18.08.2022 • 22:41 Uhr
Die alarmierten Rettungskräfte konnten nichts mehr ausrichten. apa/bachhiesl
Die alarmierten Rettungskräfte konnten nichts mehr ausrichten. apa/bachhiesl

Ein unbeschwerter Badetag am St. Andräer See in Kärnten nahm ein tragisches Ende.

klagenfurt Graz Ein tragisches Ende nahm ein Badetag am St. Andräer See im Lavanttal für zwei Mädchen. Die beiden Kinder im Alter von vier und acht Jahren sind am Donnerstagnachmittag durch umstürzende Bäume getötet worden. Die Opfer stammen aus dem Bezirk Wolfsberg. Elf weitere Personen wurden verletzt, zwei davon schwer. Unter den Verletzten sind auch fünf Kinder, teilte die Polizei bei einem Pressegespräch am Abend mit. Auch das Kriseninterventionsteam war im Einsatz. Das Unwetter hatte den gesamten Bezirk Wolfsberg getroffen: „Der Großraum Wolfsberg gleicht nach dem heftigen Sturm teilweise einem Schlachtfeld“, teilte Bürgermeister Hannes Primus (SPÖ) auf Facebook mit.

Bahnverkehr eingestellt

Die Unwetterfront war von Westen her über weite Teile Österreichs gezogen, mit verheerenden Folgen, wie sich zeigte. Fünf Menschen kostete sie das Leben, große Schäden entstanden zudem an der Infrastruktur. Die ÖBB stellten den Verkehr in Kärnten, Osttirol und der Steiermark ein. Ursache für den Stillstand bei den Zugverbindungen war ein großflächiger Ausfall der 110-kV-Bahnstromversorgung für den Bereich Kärnten und Steiermark. Die Dauer der Unterbrechung war noch nicht absehbar, zahlreiche Fahrgäste strandeten unvermutet: Auf der Strecke befindliche Züge wurden in den nächsten Bahnhof geführt, Ersatzverkehr war nur eingeschränkt möglich. Die ÖBB stellten einen Notfahrplan in Aussicht.

Viele Haushalte ohne Strom

Vor allem in der Obersteiermark sowie in der nördlichen Oststeiermark wurden zahlreiche Schäden an Stromleitungen gemeldet. Zwischenzeitlich waren um die 75.000 Haushalte ohne Strom. Unwetter hatten am Donnerstagnachmittag bereits zu Problemen auf Straßen in Kärnten und der Steiermark geführt: Sturmböen warfen Bäume um, sie blockierten an mehreren Stellen die Autobahnen A2 und A9. In mehreren Autobahntunnels fiel außerdem der Strom aus. Die ZAMG berichtete von Windspitzen deutlich über 100 Stundenkilometern in den betroffenen Gebieten. Gewitterwarnungen hätten generell zwar bestanden. Die Gewitter seien aber ausgeschert.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen brachte auf Social Media sein Mitgefühl zum Ausdruck: „Eine unermessliche Tragödie ist, dass zwei Kinder gestorben sind. Das macht mich zutiefst betroffen“, schrieb der Präsident. Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) sprach von einem fürchterlichen Schicksalsschlag für die Familien.

Das Seeufer glich einem Schlachtfeld.
Das Seeufer glich einem Schlachtfeld.
Einsatz in Deutschlandsberg. apa/garber
Einsatz in Deutschlandsberg. apa/garber