Chaos und Trauer

Taifun “Rai” hinterlässt auf den Philippinen Spur der Verwüstung. Mindestens 142 Tote.
Manila Häuser wie mit Äxten zerkleinert, zerstörte Felder und Ernten, mindestens 142 Tote: „Rai“, der bisher stärkste Taifun dieses Jahres auf den Philippinen, hat bei seinem Durchzug zwischen Donnerstag und dem Wochenende eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Besonders betroffen waren östliche und westliche Provinzen im Zentrum des Inselstaates – von der bei Surfern beliebten Insel Siargao, wo „Rai“ mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 195 km/h auf Land traf, bis hin zur Provinz Negros Occidental im Westen. Die meisten Toten gab es Behörden zufolge in der Provinz Bohol.
Mehr als 480.000 Menschen entlang des Pfades von „Rai“ mussten sich in Sicherheit bringen, viele sind obdachlos geworden. Vielerorts waren Stromversorgung und Telekommunikation zusammengebrochen. Am Sonntag bildeten sich in einigen der betroffenen Gebiete an den Ausgabestellen für Trinkwasser und andere Güter lange Schlangen. „Die Leute stehen Schlange für Wasser, Essen und Benzin. Wir haben Familienmitglieder, die ihre Häuser verloren haben“, beschrieb der aus dem Fernsehen bekannte Schauspieler und Unternehmer Slater Young die Lage in der Provinz Cebu. „Cebu ist ein Chaos“.
„Rai“ hatte am Samstag die Philippinen verlassen und war Richtung Südchinesisches Meer weitergezogen. Damit besserte sich das Wetter und erlaubte verstärkte Rettungsarbeiten. Ärzte, Rettungskräfte und andere Notfallteams wurden in verwüstete Gebiete geflogen, ebenso Nahrungsmittel, Wasser und andere Hilfsgüter. In der Provinz Bohol rief am Sonntag Gouverneur Arthur Yap über Facebook dazu auf, tragbare Generatoren zu spenden, die in den Städten verteilt werden sollten, um die Wassertankstellen mit Strom zu versorgen. „Wir können die nächsten zwei bis drei Wochen nicht überleben, wenn wir nur darauf warten, dass die Stromleitungen repariert werden“, teilte er mit.