Erdbebenrekord auf La Palma

Mehr als 370 Erschütterungen in 24 Stunden auf der Vulkaninsel.
Santa Cruz de La Palma Das Gebiet um den vor knapp zweieinhalb Monaten auf der Kanareninsel La Palma ausgebrochenen Vulkan ist von besonders vielen Erdbeben erschüttert worden. Innerhalb von 24 Stunden habe man mehr als 370 Erdstöße gezählt, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE unter Berufung auf die Behörden. Das sei ein Rekord.
Da die Erdbeben weiterhin in einer Tiefe von 30 bis 40 Kilometern stattfinden, gibt es nach Angaben der Behörden keinen Grund zur Sorge. Im Hauptkegel sei die Aktivität zudem “weiterhin gering und unregelmäßig”, betonte die Sprecherin des Notfallkomitees, María José Blanco, vor Journalisten. Der Vulkan stoße dort derzeit vor allem Dämpfe aus. Die zahlreichen Beben deuten aber laut Experten darauf hin, dass der Vulkan auf der Atlantikinsel vor der Westküste Afrikas noch einige Zeit aktiv bleiben wird.
Lavastrom nähert sich La Laguna
Unterdessen hat sich ein am vergangenen Wochenende neu entstandener Lavastrom auf 800 Meter der Ortschaft La Laguna genähert. Ob er den Ort erreichen und weitere Zerstörungen anrichten wird, konnten Experten laut staatlichem TV-Sender RTVE zunächst nicht sagen. Die ca. 1200 Bewohner von La Laguna waren Mitte Oktober evakuiert worden. Nur Tage später hatte die bis zu 1300 Grad heiße Lava Außenbereiche der Ortschaft unter sich begraben.
Seit dem Beginn des Vulkanausbruchs in der Cumbre Vieja im Süden der Insel am 19. September begrub die Lava bereits 1163 Hektar unter sich und zerstörte 2790 Gebäude, wie die jüngste Bilanz des europäischen Erdbeobachtungssystems Copernicus zeigt

Ein neuer Lavastrom ist noch 800 Meter vom Ort La Laguna entfernt. Seit Beginn des Vulkanausbruchs wurden 2790 Gebäude zerstört. AP