Gefahr durch invasive Säugetiere

Welt / 25.11.2021 • 22:39 Uhr
Auch der Amerikanische Mink gehört zu den invasiven Arten. APA/Capinha
Auch der Amerikanische Mink gehört zu den invasiven Arten. APA/Capinha

Einheimische Artenvielfalt und die menschliche Gesundheit bedroht.

Wien Vom Menschen eingeführte invasive Arten verursachen in Europa jährlich enorme Schäden und können sich auch negativ auf die Biodiversität auswirken. Viele dieser Arten breiten sich nach wie vor aus und diese Entwicklung wird durch den Klimawandel beschleunigt. Nun zeigt eine internationale Studie unter Beteiligung der Universität Wien um Franz Essl, welche Auswirkungen invasive Säugetiere in Europa haben. Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Mammal Review“ erschienen.

Waschbär, Marderhund, Grauhörnchen, Nutria – putzige Säugetiere, die eines gemeinsam haben: Sie kamen ursprünglich in Europa nicht vor. Sie wurden vom Menschen als Haus- oder Pelztiere eingeführt und haben sich in den letzten Jahrzehnten in Europa rasch ausgebreitet. Als Überträger von Krankheiten oder durch die Verdrängung heimischer Arten können sie massive Auswirkungen auf die Umwelt und für die menschliche Gesundheit haben. So hat etwa der amerikanische Mink den europäischen Nerz an den Rand des Aussterbens gebracht.

Die in Europa am häufigsten vorkommenden invasiven Säugetiere sind der aus Ostsibirien stammende Marderhund sowie mehrere aus Nordamerika stammende Arten: Bisamratte, Mink, Waschbär. „Alle diese Arten kommen auch in Österreich mittlerweile vor“, erklärt Franz Essl von der Universität Wien: „Mit Ausnahme der Bisamratte, die schon lange in Österreich ansässig war, haben sich die anderen Arten erst seit der Jahrtausendwende in Österreich festsetzen können.“ Mit fünf Arten besonders stark in Europa vertreten sind gebietsfremde Eichhörnchen. Das Grauhörnchen hat in Großbritannien das heimische Eichhörnchen mittlerweile fast völlig verdrängt. Um die weitere Einschleppung invasiver Arten in Europa zu verhindern und bei schon vorkommenden Arten die weitere Ausbreitung zu stoppen, ist eine konsequente Umsetzung der Verordnung zu invasiven Arten der EU nötig, so die Autoren der Studie.