Ökomafia in Italien kennt keine Krise

Welt / 19.11.2021 • 21:13 Uhr

Rom Mafiaartige Organisationen machen in Italien mit der illegalen Entsorgung gefährlicher Abfälle und Gifte enorme Umsätze. Eine Rekordzahl an Umweltdelikten (34.867) wurde im Pandemiejahr 2020 festgestellt, das sind vier pro Stunde und 0,6 Prozent mehr als 2019, geht aus einem Bericht des Umweltschutzverbands Legambiente hervor.

Die Pandemie habe die Mafiosi nicht davon abgehalten, Verbrechen gegen die Umwelt zu begehen, wie etwa die illegale Entsorgung von Abfällen und illegale Bauarbeiten. Gefährliche Substanzen und Rückstände aus chemischer Verarbeitung würden von mafiösen Organisationen als harmloser Abfall verpackt und im Auftrag von Unternehmen auf öffentlichen Deponien oder in Verbrennungsöfen entsorgt, erklärte Legambiente. Mafia-Clans mischen in diesem illegalen Geschäft mit.

Kampanien Spitzenreiter

Dem Bericht zufolge wurden den Staatsanwälten im vergangenen Jahr 33.620 Personen im Zusammenhang mit Ökomafia-Delikten gemeldet, was einem Anstieg von zwölf Prozent entspricht. Kampanien, die Region, zu der Neapel gehört, ist mit 5457 Fällen Spitzenreiter, was Ökomafia-Verbrechen betrifft. 46,6 Prozent der landesweit gemeldeten Umweltstraftaten (16.262) ereigneten sich in Sizilien, Kampanien, Apulien und Kalabrien, also in Regionen, in denen die organisierte Kriminalität traditionell stark verwurzelt ist.