“Rücksichtslos und gefährlich”

Nach Satellitenabschuss: USA werfen Russland Gefährdung von ISS-Astronauten vor.
Washington Russland hat mit dem Abschuss eines ausgedienten Satelliten heftige Kritik auf sich gezogen. Die US-Regierung warf Moskau vor, die Sicherheit von Raumfahrern auf der Internationalen Raumstation ISS durch den Test einer Anti-Satelliten-Rakete gefährdet zu haben. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte am Dienstag, das Militär habe am Montag “erfolgreich einen Test durchgeführt, infolge dessen der ausgediente Raumflugkörper “Zelina-D” getroffen wurde”. Zu Wochenbeginn wurde die ISS gleich zweimal geräumt, weil ihr Weltraumschrott nahe gekommen sein soll. In der Station hält sich seit ein paar Tagen auch der deutsche Astronaut Matthias Maurer auf.
Groß ist nun die Sorge, dass die ISS in mehr als 400 Kilometern über der Erde von Resten des zerstörten Satelliten getroffen werden könnte. Das russische Militär betont dagegen, die Satellitentrümmer “stellten keine Bedrohungen für Raumstationen, Raumflugkörper und Weltraumaktivitäten dar und werden keine darstellen”.
Bisher 1500 Teile im All
Nach Angaben des Weltraumkommandos (Space Command) der US-Streitkräfte hat der Test bislang mehr als 1500 nachverfolgbare Trümmerteile im All hinterlassen. Vermutlich würden diese letztlich in Hunderttausende kleinere Trümmer zerfallen und “über Jahre und möglicherweise Jahrzehnte in der Umlaufbahn verbleiben”. Das Vorgehen sei “rücksichtslos und gefährlich und bedroht auch die chinesische Raumstation”, erklärte Nasa-Chef Bill Nelson. Russland hat US-Vorwürfe zurückgewiesen. “Für uns war und ist die absolute Sicherheit der Besatzung oberstes Gebot.” Das russische Warnsystem für den erdnahen Weltraum überwache weiterhin die Lage, um mögliche Bedrohungen zu verhindern.