“Mein Name ist Cleo”

Welt / 03.11.2021 • 22:51 Uhr
In diesem Haus im Ort Carnarvon wurde das kleine Mädchen festgehalten.

In diesem Haus im Ort Carnarvon wurde das kleine Mädchen festgehalten.

Polizei findet seit zweieinhalb Wochen vermisste Vierjährige. 36-Jähriger verhaftet.

Sydney Die erlösende Nachricht kam in der Nacht: Nach zweieinhalb Wochen ist die vierjährige Cleo Smith, die zuvor von einem Campingplatz an der Westküste von Australien verschwunden war, wohlbehalten in einem Haus entdeckt worden. Beamte brachen um kurz vor ein Uhr (Ortszeit) das Gebäude in dem Ort Carnarvon auf und fanden das Mädchen in einem der Zimmer. Ein 36-Jähriger ist laut Polizei in Gewahrsam. Er soll keine Verbindungen zu der Familie gehabt haben.

Im Frühstücksfernsehen sprachen die Moderatoren mit gebrochener Stimme, als sie die gute Nachricht vermeldeten. „Wunder geschehen!“, jubelte ein Sprecher im Sender „9News“. Mutter Ellie Smith postete in der Früh auf Instagram: „Unsere Familie ist wieder vollständig.“ Die Polizei von Western Australia veröffentlichte auf Twitter ein Bild, das Cleo winkend im Krankenhausbett zeigt. „Das Wunder, auf das wir alle gehofft hatten“, hieß es dazu. Mittlerweile sei das Mädchen bereits wieder zu Hause. Sie sei körperlich unversehrt, so die Polizei.

Tränen und Umarmungen

Bei der Wiedervereinigung mit ihren Eltern habe sie nur „Mummy!“ gerufen, dann habe es jede Menge Tränen und Umarmungen gegeben, sagte Obersergeant Cameron Blaine, der alles hautnah miterlebte, bei einer Pressekonferenz.

Das Mädchen war am 16. Oktober mit seinem Schlafsack aus dem Zelt seiner Familie auf einem Campingplatz etwa 75 Kilometer nördlich ihres Hauses in Carnarvon verschwunden. Passiert sein soll das zwischen 1.30 und sechs Uhr morgens. Cleo schlief mit ihrer jüngeren Schwester in einem Abteil, das von den Eltern getrennt war.

Die Polizei vermutete, dass Cleo entführt worden war, weil ein Reißverschluss des Zelts auf eine Höhe aufgezogen worden war, die das Mädchen nicht hätte erreichen können. Außerdem wurde ein Auto beobachtet, das in der Dunkelheit mit hohem Tempo davonbrauste.

Der Fall sorgte in ganz Australien für Aufsehen. Die verzweifelte Mutter rief die Öffentlichkeit in den Medien zu Informationen über den Verbleib ihres Mädchens auf. Die Behörden starteten eine groß angelegte Suche in der dünn besiedelten Gegend. Für Hinweise, die zur Entdeckung der Vierjährigen führen, wurde eine Belohnung von einer Million australischer Dollar (rund 643.000 Euro) ausgesetzt.

Dann der Durchbruch – dank einer unglaublichen Polizeiarbeit, wie der Vize-Polizeichef Col Blanch betonte. „Wir haben nach der Nadel im Heuhaufen gesucht, und wir haben sie gefunden“, sagte er dem örtlichen Radiosender 6PR. „Als das Kind sagte, ,Mein Name ist Cleo‘, war im Haus kein Auge mehr trocken.“

Cleo wurde ins Krankenhaus gebracht. Mittlerweile ist das Mädchen wieder zu Hause. AP
Cleo wurde ins Krankenhaus gebracht. Mittlerweile ist das Mädchen wieder zu Hause. AP
Moment der Rettung: Cleo wird von einem Beamten aus dem Haus getragen.
Moment der Rettung: Cleo wird von einem Beamten aus dem Haus getragen.