Attentäter hatte im Vorfeld Hilfe

Welt / 20.10.2021 • 22:54 Uhr
Bei dem Terroranschlag am 2. November 2020 in der Wiener Innenstadt fielen an sechs Tat­orten Schüsse. Vier Menschen wurden getötet. 23 Personen wurden verletzt. APA
Bei dem Terroranschlag am 2. November 2020 in der Wiener Innenstadt fielen an sechs Tat­orten Schüsse. Vier Menschen wurden getötet. 23 Personen wurden verletzt. APA

Die Einzeltätertheorie nach dem Terroranschlag in Wien hat sich bestätigt.

Wien Die Ermittlungen zum Terroranschlag vom 2. November 2020 in der Wiener Innenstadt, bei dem ein schwer bewaffneter IS-Sympathisant vier Menschen getötet und 23 weitere verletzt hat, sind schon sehr weit gediehen. Die Einzeltätertheorie hat sich bestätigt, aber der am Tatort erschossene 20-jährige Attentäter hatte im Vorfeld mentale Unterstützung und Hilfe beim Waffenkauf, berichteten Staatsanwaltschafts-Sprecherin Nina Bussek und der Polizei-Chef-Ermittler Michael Lohnegger am Mittwoch in einer Pressekonferenz.

Sieben Beitragstäter sind in U-Haft, ihnen drohen lange Freiheitsstrafen. Drei rund um den Anschlag Beschuldigte wurden – etwa weil sie IS-Propagandamaterial weitergaben – bereits wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung angeklagt, zwei davon sind schon verurteilt. Derzeit wird noch gegen 30 weitere Beschuldigte intensiv ermittelt. Gegen vier Personen werde im Zusammenhang mit der Beschaffung von Waffen und Munition ermittelt, wobei sich eine in Strafhaft, zwei in U-Haft befinden würden.

Dass sich die vierte Personen auf freiem Fuß befindet, hat laut Bussek rechtliche Gründe. So habe man etwa nicht feststellen können, ob der Beschuldigte überhaupt in Kenntnis davon war, wofür die Waffen gekauft wurden.

Den sieben Beitragstätern drohen für die Unterstützung 20 bis 30 Jahre bzw. sogar lebenslange Freiheitsstrafe – also eine ebenso harte Strafe, wie sie der Täter ausgefasst hätte. Denn es wird laut Bussek angenommen, dass sie in Kenntnis des Tatplans des Attentäters gehandelt haben. Drei sollen dem Attentäter beim Waffenkauf geholfen haben, vier weitere dürften ihn psychisch unterstützt haben.

Die zuständige Staatsanwältin wird ihren Abschlussbericht nach Auswertung der sichergestellten Datenträger an die Staatsanwaltschaft Wien übermitteln. Derzeit wird laut Bussek auch noch auf ein Sachverständigengutachten über die mögliche Radikalisierung eines Beschuldigten gewartet.