Fluchtwege versperrt: 46 Tote bei Hochhausbrand in Taiwan

Welt / 14.10.2021 • 22:43 Uhr
Der Brand ist im ersten Stock des Hauses ausgebrochen. Die Ursache ist unklar. AP
Der Brand ist im ersten Stock des Hauses ausgebrochen. Die Ursache ist unklar. AP

Kaohsiung Bei einem Brand in einem Hochhaus in der südtaiwanischen Hafenstadt Kaohsiung in den frühen Nachtstunden sind mindestens 46 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 40 Menschen wurden verletzt, wie die Feuerwehr am Donnerstag berichtete. Viele der meist älteren Bewohner seien durch die Flammen und den Rauch in den oberen Stockwerken eingeschlossen gewesen. Auch seien Fluchtwege versperrt gewesen – unter anderem durch Müll und Gerümpel, hieß es. Das 13-stöckige Wohn- und Geschäftshaus, das wegen leer stehender gewerblicher Räume in den unteren Stockwerken auch „Geisterhaus“ genannt wurde, brannte über mehr als fünf Stunden. Mehr als 100 Menschen, die meisten von ihnen Senioren mit körperlichen Behinderungen oder Demenz, hätten in den oberen Stockwerken des herabgewirtschafteten Gebäudes gelebt, sagte der städtische Feuerwehrchef Lee Ching-hsiu der Nachrichtenagentur CNA. Viele haben es nicht geschafft, das brennende Haus zu verlassen. In dem bewohnten Teil des Hochhauses zwischen dem siebten und elften Stock soll es rund 120 Haushalte gegeben haben.

Gebäude in schlechtem Zustand

Städtische Beamte sprachen von einem schlechten Zustand des Gebäudes. Die Blockade der Fluchtwege werfe Fragen nach der Hausverwaltung und der Instandhaltung auf. Das Gebäude hatte nach Berichten auch kein Hauverwaltungskomitee.