Missbrauchsbericht in Frankreich: Mehr als 330.000 Opfer

Welt / 05.10.2021 • 22:40 Uhr
Kommissionspräsident Jean-Marc Sauvé trat gestern vor die Presse. afp
Kommissionspräsident Jean-Marc Sauvé trat gestern vor die Presse. afp

paris In der römisch-katholischen Kirche in Frankreich sind seit den 1950er Jahren nach Berechnungen einer Untersuchungskommission 216.000 Kinder und Jugendliche Opfer von sexuellem Missbrauch geworden. Unter Einbeziehung der von der Kirche betriebenen Einrichtungen könne man von 330.000 Opfern ausgehen, sagte der Präsident der Unabhängigen Missbrauchskommission in der Kirche (CIASE), Jean-Marc Sauvé gestern in Paris. Die Zahlen seien „erschütternd“.

80 Prozent der Opfer seien Buben im Alter zwischen 10 und 13 Jahren gewesen, 20 Prozent Mädchen unterschiedlicher Altersgruppen. Bei den Taten habe es sich in fast einem Drittel der Fälle um Vergewaltigungen gehandelt. „Die Zahlen sind erschütternd und können nicht folgenlos bleiben“, sagte der Kommissionspräsident. 

Die französische Bischofskonferenz kündigte nach der Vorstellung der Studie Konsequenzen an.