Filmdreh im Weltall

Russland will schneller sein als die USA. Am Dienstag soll Crew zur ISS fliegen.
Moskau Die Sowjetunion hat einst den ersten Satelliten ins All gebracht, den ersten Menschen – und sogar den ersten Hund. Jetzt will Russland den ersten Spielfilm hoch über der Erde in der Schwerelosigkeit drehen. Am kommenden Dienstag soll ein Filmteam zur Internationalen Raumstation (ISS) fliegen. Die russische Schauspielerin Julia Peressild und der Regisseur Klim Schipenko werden mit einer Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in der Steppe von Kasachstan abheben.
Die 37-jährige Peressild spielt eine Ärztin, die in dem Film eine Tochter hat und nur für ihren Job lebt. Anders als viele Hollywood-Schauspieler wird sie tatsächlich ins All fliegen und nicht vor Studiokulissen drehen. Die Vorbereitungen dafür laufen seit Monaten. Wie jeder andere Raumfahrer mussten auch die beiden Filmleute ein hartes Training durchlaufen. Nichts wird dabei dem Zufall überlassen.
“Wysow” (Herausforderung) lautet der Arbeitstitel des Films, den die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos gemeinsam mit dem Staatssender Perwy Kanal produziert. Zwölf Tage sollen Peressild und Regisseur Schipenko auf der ISS gemeinsam mit den dort lebenden Raumfahrern bleiben und dann wieder zurückkehren.
Mit dem Film geht es Russland einmal mehr darum, schneller als die USA zu sein. Denn Hollywood-Star Tom Cruise will ebenfalls für einen Weltraum-Dreh zur ISS fliegen. Ursprünglich war das Projekt für diesen Herbst angekündigt, derzeit gibt es jedoch nicht einmal ein festes Startdatum.
Auf ihrem Weg zur ISS in der Sojus MS-19 werden Peressild und Schipenko von dem Kosmonauten Anton Schkaplerow begleitet. Falls jemand krank werden sollte, stehe laut Roskosmos ein Ersatz bereit.