Gefahr auf La Palma dauert an

Vulkanausbruch auf der Kanareninsel könnte Experten zufolge noch Monate dauern.
La Palma Auf der Vulkaninsel La Palma begräbt die 000 Grad heiße Lava auf ihrem Weg zum Meer ein Haus nach dem anderen. Die betroffenen Bewohner haben auch am Mittwoch weiter verzweifelt versucht, die wichtigsten Teile ihres Hausrats zu retten, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete. In dem Ort Todoque wurden Erinnerungsstücke, Kleidung, Möbel, Fahrräder, Matratzen und vieles andere, was nicht niet- und nagelfest war, auf Lastwagen verladen. Auf den Lkw saßen weinende Menschen, die ihre Häuser für immer verlassen mussten.
Der Vulkan in der Cumbre Vieja im Süden der Kanareninsel, der am Sonntag erstmals seit 50 Jahren wieder ausgebrochen war, gewährte den Menschen aber zumindest eine kleine Schonfrist, denn die Lavaströme schoben sich immer langsamer voran. Bisher wurden insgesamt 320 Gebäude komplett zerstört, viele andere schwer beschädigt. Die Schäden bezifferte Regionalregierungschef Ángel Víctor Torres einschließlich zerstörter Pflanzungen und Infrastruktur mit „sicher mehr als 400 Millionen Euro“.
Der Vulkanausbruch auf der Kanareninsel La Palma und dessen Nachwirkungen könnten nach Ansicht von Experten noch bis zu 84 Tage dauern. Das Vulkanologie-Institut der Kanarischen Inseln erklärte am Mittwoch, es habe bei seiner Kalkulation auf Daten früherer Ausbrüche auf den Kanarischen Inseln zurückgegriffen, die wie der jüngste Ausbruch von heftigen Lavaströmen und fortdauernder seismischer Aktivität begleitet waren. Das Institut berichtete, dass es am Dienstag zu einem Anstieg der Zahl kleinerer Eruptionen am Vulkan Cumbre Vieja kam. Den Bewohnern der Insel stünden noch Gefahren wie Lava-Ströme, giftige Gase, Vulkanasche und saurer Regen bevor.