Dürre gefährdet Vogelparadies

Welt / 25.08.2021 • 22:42 Uhr
Extreme Hitze und zu wenig Regen haben den drittgrößten natürlichen See Ungarns, den Velencer See, um die Hälfte schrumpfen lassen. AP
Extreme Hitze und zu wenig Regen haben den drittgrößten natürlichen See Ungarns, den Velencer See, um die Hälfte schrumpfen lassen. AP

Der Velencer See in Ungarn droht zu verschwinden. Schuld sei die Klimaerwärmung.

Gardony Extreme Hitze und zu wenig Regen haben den drittgrößten natürlichen See Ungarns, den Velencer See, um die Hälfte schrumpfen lassen. „Wir reden über ein jahrelanges Regendefizit, Dürre und andauernden Wassermangel“, erklärt der Umweltingenieur Tibor Horanyi. „Seit Jahren sehen wir, welche Rolle die globale Erwärmung in unserem Leben spielt, und es hat klar mit diesem niedrigen Wasserstand zu tun.“ Der Velencer See hat bisher mehr als 100 Vogelarten und Dutzenden Fischarten einen Lebensraum geboten; zudem war er ein beliebtes Urlaubsziel. Er ist flach, sein optimaler Wasserstand im August ist nach Angaben der örtlichen Wasserbehörde 1,50 Meter. In diesem Sommer sind es aber nur noch 80 Zentimeter. Horanyi zufolge ist damit ein ökologisch kritischer Punkt erreicht. Viele Vögel sind bereits weg und auch der Tourismus geht zurück.

Messungen zufolge sinkt in der derzeitigen Hitze der Wasserstand des Sees täglich um einen Zentimeter durch Verdunstung. Dadurch wird der See zunehmend wärmer, der Sauerstoffgehalt nimmt ab. Algen breiten sich aus, die Wasserqualität nimmt ab. Horanyi zufolge gab es im Juni ein großes Fischsterben, als die Wassertemperatur in einer Woche um zehn Grad Celsius stieg. Freiwillige hätten mehr als vier Tonnen tote Fische geborgen.

Im Juli schlossen die Gesundheitsbehörden wegen schlechter Wasserqualität vier Strände. Inzwischen sind die meisten wieder freigegeben, aber nur wenige Menschen gehen noch in den See mit gerade mal hüfthohem Wasser. Hotels, Bars, Restaurants und andere touristische Betriebe verzeichnen dramatische Einnahmeverluste.Nach einem kühlen Frühjahr erlebt Ungarn nun einen heißen Sommer. Der Juni war der Wetterbehörde zufolge der drittwärmste und der Juli der heißeste Monat seit 1901.