Schlimmste Dürre seit Jahrzehnten

Welt / 23.08.2021 • 22:33 Uhr
Aufgrund von Dürre könnten bald zwölf Millionen Menschen in Syrien und dem Irak ihre Lebensgrundlage verlieren.  afp
Aufgrund von Dürre könnten bald zwölf Millionen Menschen in Syrien und dem Irak ihre Lebensgrundlage verlieren.  afp

Wassermangel in Syrien und im Irak gefährdet das Leben von zwölf Millionen Menschen.

wien, damaskus Steigende Temperaturen, fehlende Niederschläge, Dürren und ein extrem niedriger Wasserspiegel des Flusses Euphrat haben in den vergangenen Wochen zu einem verheerenden Wassermangel in Syrien und im Irak geführt. Das Leben von zwölf Millionen Menschen ist dadurch gefährdet, warnte am Montag die Hilfsorganisation CARE.

Mehr als fünf Millionen Menschen in Syrien sind der NGO zufolge direkt vom Wasser des Euphrat abhängig. Wenig Schneefall im Winter und geringe Niederschläge haben dazu geführt, dass der Fluss unterdurchschnittlich wenig Wasser führt. Dazu kommt, dass rund 400 Quadratkilometer landwirtschaftliche Nutzfläche – und damit Ernten – von Dürre bedroht sind. Zwei Staudämme in Nordsyrien, die drei Millionen Menschen mit Strom versorgen, stehen vor der Schließung.

„Wenig Regen, die reduzierten Wasserstände des Euphrat und ausfallende Ernten ergeben eine lebensgefährliche Situation für die Menschen in Syrien und im Irak. Menschen, die ohnehin schon unter einem jahrelangen Konflikt, Vertreibungen, Covid-19 und Hunger leiden“, sagte Nirvana Shawky, Regionaldirektorin für CARE im Nahen Osten und in Nordafrika. „Die Situation erfordert dringendes Handeln der Behörden in der Region und der Regierungen der Geberländer.“ Über die Notversorgung hinaus sei es zwingend erforderlich, nachhaltige Lösungen für die Wasserknappheit zu finden.

Im Irak zeichnet sich ebenfalls eine bedrohliche Situation ab: Durch Wassermangel und Dürre ist laut CARE das Leben von mindestens sieben Millionen Menschen gefährdet. Große Teile des Ackerlandes können nicht bewirtschaftet werden, Fischgewässer sind leergefischt, Strom und Trinkwasserquellen aufgebraucht.