Verzweiflung und Leid in Haiti

Welt / 16.08.2021 • 22:40 Uhr
Die Krankenhäuser in Haiti sind überfüllt, Verletzte müssen teilweise außerhalb des Gebäudes behandelt werden. ap
Die Krankenhäuser in Haiti sind überfüllt, Verletzte müssen teilweise außerhalb des Gebäudes behandelt werden. ap

Zahl der Todesopfer steigt weiter – Tropensturm erschwert Suche nach Überlebenden.

saint-louis-du-Sud Inmitten der Rettungseinsätze in Haiti nach dem verheerenden Erdbeben vom Samstag hat sich ein Tropensturm dem Karibikstaat genähert. Das Tiefdruckgebiet „Grace“ zog gestern laut US-Hurrikanzentrum südlich an der Insel Hispaniola entlang – die sich Haiti mit der Dominikanischen Republik teilt. Ab Montagabend (Ortszeit) wurde das Zentrum des Sturms mit schweren Regenfällen an Haitis Südküste erwartet. Dort kamen nach den jüngsten Angaben des haitianischen Zivilschutzes bei dem Beben mindestens 1297 Menschen ums Leben. Es wurde erwartet, dass die Zahl noch steigt.

Der Regen könnte nicht nur die Rettungsarbeiten behindern, sondern noch mehr Leid bei den Überlebenden verursachen. Viele von ihnen verbrachten die Nächte seit dem Beben im Freien vor ihren beschädigten Häusern, mit Decken und den wenigen Möbeln, die sie retten konnten. Das betroffene Gebiet im Süden und Südwesten Haitis um die Städte Les Cayes und Jérémie war mit Trümmern übersät, überall waren auf Bildern Häuser zu sehen, deren Dächer wie Pappe eingestürzt waren. Bewohner warteten auf Hilfe oder wanderten unter Schock ziellos umher.

Hilfe angelaufen

Hilfe aus dem Ausland lief inzwischen an, auch österreichische Organisationen sind beteiligt. Ein Such- und Rettungsteam der US-Behörde mit 65 Menschen, 4 Hunden und rund 24.000 Kilogramm Ausrüstung erreichte den Karibikstaat. Es wurde nach Menschen in den Trümmern gesucht, die medizinische Versorgung der verletzten Überlebenden wurde organisiert, Straßen nach Erdrutschen mit Baggern wieder passierbar gemacht.

Nach Angaben von Caritas International werden vor allem Nahrung, Trinkwasser, Zelte und medizinische Erstversorgung benötigt. Die Lage vor Ort sei weiterhin chaotisch, das Ausmaß der Katastrophe noch nicht absehbar, teilte die Organisation am Montag mit.