1:0 für Branson

Der Virgin-Chef gewinnt das Wettrennen in den Weltraum gegen Bezos.
Spaceport America Für Richard Branson hat sich der Traum, die Erde aus dem All zu sehen, erfüllt. Der britische Milliardär ist am Sonntag mit seinem Raumschiff noch vor Amazon-Gründer Jeff Bezos (57) ins Weltall geflogen und wohlbehalten wieder auf der Erde gelandet (die VN berichteten). „Ich war einmal ein Kind mit einem Traum, das zu den Sternen aufschaute. Jetzt bin ich ein Erwachsener in einem Raumschiff und schaue auf unsere schöne Erde“, sagte der 70-jährige Branson während der etwas mehr als drei Minuten Schwerelosigkeit. Danach setzte das Raumschiff zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre an und landete schließlich wieder auf dem kommerziellen Weltraumbahnhof Spaceport America in New Mexico.
„Großer Tag“
Das 18 Meter lange „VSS Unity“-Raumflugzeug bietet zwei Piloten und sechs Passagieren Platz, ab 2022 soll es Touristen ins All bringen. Der steinreiche Abenteurer ist bei Weitem nicht der erste Tourist in der Schwerelosigkeit, er will allerdings mit Virgin Galactic kommerzielle Weltraumflüge salonfähig machen, genauso wie Jeff Bezos und Elon Musk (50). Mit dem Tesla-Chef posierte Branson am Sonntagmorgen noch auf einem Twitterfoto und schrieb: „Ein großer Tag liegt vor uns. Toll, um den Morgen mit einem Freund zu beginnen. Ich fühle mich gut, aufgeregt, bereit.“
Blue Origin, die Raumfahrtfirma von Jeff Bezos, hatte bereits im Mai einen bemannten Flug mit der Rakete „New Shepard“ angekündigt. Der 57-Jährige will unter anderen seinen Bruder und eine 82-jährige ehemalige US-Pilotin auf den Jungfernflug am 20. Juli mitnehmen. Ein weiterer Sitzplatz war vor wenigen Wochen für 28 Millionen Dollar an eine bislang unbekannte Person versteigert worden. Bransons All-Trip ist auch ein gelungener PR-Coup gegen seinen Konkurrenten Bezos: Nachdem der reichste Mann der Welt in den vergangenen Wochen seinen Flug ins Weltall mit großem Aufwand beworben hatte, kam Branson und kündigte an, dass er neun Tage früher fliegen werde.
Bezos gratulierte Branson bei Instagram und fügte hinzu: „Kann es kaum erwarten, dem Club beizutreten.“ Unter Experten ist es jedoch strittig, ob Branson tatsächlich im Weltraum war. Zum Vergleich: Die internationale Raumstation ISS befindet sich etwa 400 Kilometer über der Erdoberfläche.
