Baby schwerst misshandelt: Ermittlungsverfahren eingestellt

Welt / 28.06.2021 • 22:42 Uhr

wien In einem besonders schweren Fall von Kindesmisshandlung – ein drei Monate altes Baby war im Dezember 2019 mit lebensgefährlichen Hirnverletzungen in ein Wiener Spital gebracht worden – hat die Staatsanwaltschaft Wien die Ermittlungen nun eingestellt. Das gab Behördensprecherin Carmen Kainz bekannt.

Gegen den Vater des Buben war wegen versuchten Mordes ermittelt worden, gegen die Mutter wegen Quälens bzw. Vernachlässigung eines Unmündigen. Trotz umfangreicher Erhebungen und penibler Ermittlungen habe sich nicht nachweisen lassen, wie dem Kind die Verletzungen beigebracht wurden und wer dafür verantwortlich war, erläuterte Kainz. Sowohl der Vater als auch die Mutter, die sich während der Schwangerschaft von dem Mann getrennt hatte, hätten in Abrede gestellt, mit Gewalt gegen das Baby vorgegangen zu sein. Der Vater wurde von der Mutter des Kindes jedoch belastet, er wanderte in U-Haft, wobei die Staatsanwaltschaft ihm sogar bedingten Tötungsvorsatz unterstellte. Der Unbescholtene bezichtigte wiederum die Mutter und versicherte, diese müsse seinen Sohn schwer verletzt haben.

Ob mit dem vor Kurzem ergangenen Einstellungsbeschluss der Staatsanwaltschaft die strafrechtlichen Untersuchungen endgültig vom Tisch sind, ist nicht gesichert. Die Opfervertretung hat eine Einstellungsbegründung angefordert, theoretisch kann ein Fortführungsantrag eingebracht werden.