Rund 2500 der mehr als 4000 Gletscher verschwinden ganz

Welt / 16.06.2021 • 22:42 Uhr

Zürich Ob sich die Erdatmosphäre bis zum Ende des Jahrhunderts um ein, eineinhalb oder um zwei Grad erwärmt, macht einen großen Unterschied für die Alpengletscher: Laut Simulationen werden sie zwischen 40 und 80 Prozent ihres Eis-Volumens verlieren. Das Schweizer Team um den Glaziologen Loris Compagno von der ETH Zürich und der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) untersuchte, wie sich die Eismassen der Alpengletscher unter drei Klimaszenarien entwickeln. Demnach wird selbst im moderatesten Szenario bis zum Ende des Jahrhunderts etwa die Hälfte des heutigen Gletschervolumens verloren gehen, wie die Forschenden berichten. Der Aletschgletscher würde bis zu 45 Prozent seines Eis-Volumens einbüßen, der Rhonegletscher 55 Prozent. Rund 2500 der insgesamt mehr als 4000 Gletscher verschwinden ganz. Erwärmt sich die Erdatmosphäre um eineinhalb Grad, gehen 3000 Gletscher ganz verloren, bei nochmals einem halben Grad mehr sogar fast 3300. Jede Bemühung, die Erderwärmung zu begrenzen, habe deshalb wichtige Auswirkungen auf die Gletscherwelt und damit auf die alpine Umwelt, so die Forschenden. Die schmelzenden Gletscher beeinflussen den Simulationen zufolge auch den Wasserhaushalt in den Bergen.