Mäuseplage in Australien

Nach Dürre, Buschfeuer und Fluten werden die Nager zur nächsten Plage in Australien.
perth Nach zehrenden Jahren der Dürre und dann sintflutartigen Wassermassen sind im Osten Australiens viele Bauern mit der nächsten Herausforderung konfrontiert: Unzählige Mäuse streifen durch Felder und Ställe und machen den Landwirten die dem Boden abgetrotzte Ernte streitig.
Die Bauern greifen zu teils drastischen Mitteln, um die Tiere loszuwerden. Farmer Col Tink auf seinem Hof nahe Dubbo nutzt einen Besen, um die Nager in Richtung einer gigantischen Falle zu kegeln, in der die Tiere dann ertrinken. Auswirkungen auf die Zahl der Mäuse hat die Methode bei ihm allerdings kaum – sie fressen sich auch weiterhin in gigantischer Zahl durch Getreide- oder Heuvorräte. So wie Col Tink geht es im Osten Australiens derzeit vielen Bauern. In den Online-Netzwerken werden Videos von Mäusemassen geteilt, die über Felder wimmeln oder sogar landwirtschaftliche Maschinen zerstört zurücklassen.
Millionengelder für Bauern
Dabei kämpfen viele Landwirte noch immer mit den Folgen der jahrelangen Dürre, auf die Ende 2019 dann verheerende Buschfeuer folgten. Erlösung versprechende Regenfälle verwandelten sich dann in zerstörerische Überschwemmungen, die mehrere Regionen betrafen. „Mein Vater ist 93 und es waren die schlimmsten drei Jahre, die er in seinem Leben gesehen hat“, erzählt Tink.
Mäuseplagen sind in Australien keineswegs selten. Die von den Briten auf den Kontinent gebrachten Nager finden dort vielerorts ideale Bedingungen vor. Doch die aktuelle Zahl der Tiere ist laut Getreideproduzenten „einfach astronomisch“.
Die australische Regierung hat Millionengelder als Unterstützung für betroffene Bauern angekündigt und setzt auf Giftstoffe gegen die Tiere. Gleichzeitig sorgen sich Experten aber um Wildtiere, die die vergifteten Mäuse fressen.